Wie in den vergangenen Jahren geht es beim Giro d’Italia wieder eng zu. Neuer Gesamterster ist Richard Carapaz. Der Kletterer aus Ecuador profitiert auch davon, dass Topfavorit Primoz Roglic stürzt. Auch Altstar Vincenzo Nibali ist wieder im Rennen. Bob Jungels wurde am Sonntag 32. (+4:14 Minuten), Ben Gastauer 126. (+36:46).

Topfavorit Primoz Roglic hat mit einem Sturz auf der rasenden Abfahrt zum Comer See weiter Zeit verloren, der große Gewinner der ersten Bergetappen des Giro d’Italia heißt Richard Carapaz. Als erster Ecuadorianer im Maglia Rosa hat der 25 Jahre alte Kletter-Spezialist am Sonntag auf dem 15. Teilstück über 232 Kilometer von Ivrea nach Como seine Führung in der Gesamtwertung auf 47 Sekunden auf den slowenischen Ex-Skispringer ausgebaut.

Auch der angriffslustige Altstar Vincenzo Nibali ist im Kampf um den Gesamtsieg wieder zurück im Rennen.

Den Tagessieg holte sich der italienische Ausreißer Dario Cataldo vor seinem Landsmann Mattia Cattaneo. Doch im Mittelpunkt stand der Kampf um die Gesamtwertung. Und da war Roglic am letzten Anstieg des Tages der große Verlierer. Erst musste der Slowene nach einem Problem mit seinem Rad die Rennmaschine eines Teamkollegen übernehmen, dann konnte er eine Attacke seiner größten Rivalen Carapaz und Nibali nicht parieren. Bei der anschließenden Abfahrt kam Roglic danach zu Fall und konnte sich gerade noch an der Leitplanke halten, um Schlimmers zu verhindern.

Nibali zornig

Es war ein Wochenende zum Vergessen für den Slowenen. Schon am Samstag hatte der 29-Jährige beim Etappensieg von Carapaz das Rosa Trikot um sieben Sekunden verpasst, nachdem er dem Mann aus Ecuador nicht hinterhergefahren und stattdessen erneut am Hinterrad von Nibali geblieben war. Das erzürnte den 34-jährigen Sizilianer, der 1:47 Minuten hinter Carapaz Gesamtdritter ist, immer mehr. „Wenn er mir auch noch nach Hause folgen will, werde ich ihm meine Trophäen zeigen“, schimpfte Nibali jüngst.

Der frühere Skispringer Roglic, der erst seine vierte Grand Tour bestreitet, müsse sich anders verhalten, so Nibali. Es ist eine komplizierte Angelegenheit für den Slowenen, der durch seine zwei Siege im Einzelzeitfahren einen guten Vorsprung auf Nibali rausgefahren hatte und einen weiteren Kampf gegen die Uhr zum Abschluss in Verona noch als Trumpf in der Hinterhand hält. Denn in den Bergen ist der 29-Jährige auf sich alleine gestellt, da sein Jumbo-Visma-Team zu schwach ist. Das wissen die Rivalen und bringen Roglic mit ihren Attacken in die Bredouille.

Weiter geht es beim Giro am Dienstag mit der Königsetappe über 194 Kilometer von Lovere zum Ponte di Legno, wenngleich der 2.618 Meter hohe Gavia-Pass wegen Lawinengefahr aus dem Programm genommen werden musste.

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