Christophe Laporte ist bisher der dominierende Radfahrer bei der diesjährigen Tour de Luxembourg. Nach seinem zweiten Etappensieg baute der Franzose seine Führung in der Gesamtwertung noch weiter aus. Die erste Etappe wurde jedoch vom schweren Sturz von Justin Jules überschattet.

Die erste Etappe der diesjährigen Luxemburg-Rundfahrt führte von Luxemburg nach Hautcharage über 191,3 km. Beim 30. Kilometer bildete sich mit Raul Alarcon (W52 FC Porto), Szymon Rekita (Leopard Pro Cycling), Loïc Vliegen (Wanty) und Robin Carpenter (Rallye) eine vierköpfige Spitzengruppe, die in etwa einen Vorsprung von knapp zwei Minuten auf das Peloton herausfuhr.

38 km vor Schluss blieben aus dem Quartett aber nur noch Rekita und Alarcon übrig. Carpenter hingegen sicherte sich zuvor die drei Bergwertungen und konnte sich damit über das Trikot des besten Bergfahrers freuen. Alessandro Tonelli (Bardiani) konnte 18 km vor dem Ziel auf die beiden in Führung liegenden Fahrer aufschließen. Sechs Kilometer vor der Ziellinie war ihr Abenteuer jedoch beendet. Das Peloton drückte aufs Tempo, sodass die Entscheidung im Sprint fiel.

Geniets auf Platz 15

Am Ende konnte sich der Träger des Gelben Trikots, Christophe Laporte, hauchdünn durchsetzen. Der Franzose behielt gegen Justin Jules (Wallonie-Bruxelles) und Eduard-Michel Grosu Delko Marseille) die Oberhand. Der Finalsprint wurde aber von einer unschönen Szene überschattet. Laporte und Jules touchierten sich leicht, sodass der Letztgenannte letztendlich gegen die Absperrgitter knallte und dabei schwer zu Fall kam. Er wurde vor Ort behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht.

Kevin Geniets, der den Prolog auf einem guten achten Platz abschloss, wurde auf dieser ersten Etappe als 15. wieder bester Luxemburger. Er zog seinen Sprint jedoch nicht mit voller Kraft durch, weil er kein Risiko auf dieser doch nicht ungefährlichen Zielgeraden eingehen wollte. Ansonsten verlief die Etappe für ihn nach Maß. “Die Beine waren noch ein wenig schwer. Ich hatte am Mittwoch nämlich alles aus mir rausgeholt. Aber im Laufe des Rennens wurden meine Beine besser”, sagte der Kapitän des luxemburgischen Nationalteams.
Für den 22-Jährigen, der in der Gesamtwertung eine Rolle spielen will, kommen die entscheidenden Etappen um das Schlussklassement erst am Samstag und Sonntag. “Hier gilt es, in Topform zu sein. Ich bin aber derweil in einer richtig guten Verfassung. In meinen letzten vier Rennen fuhr ich insgesamt dreimal in die Top Ten. Das lässt sich doch durchaus sehen”, so Geniets.

Für Tom Wirtgen (Wallonie-Bruxelles) war es ein sehr schnelles Rennen, in dem Cofidis die Kontrolle im Peloton übernahm. Ähnlich wird es auch auf der zweiten Etappe von Steinfort nach Rosport über 168,6 km verlaufen, meint Wirtgen. “Ich glaube, dass die morgige (vom Freitag, die Red.) Etappe nicht so anspruchsvoll ist wie die erste Etappe. Aber Cofidis hat eine starke Mannschaft am Start. Sie wird es sicherlich nicht zulassen, dass eine Ausreißergruppe durchkommt. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Entscheidung auch diesmal wieder im Sprint fallen wird.”

2 Kommentare

  1. Hauptregel im Sprint, der Fahrer muss seine Linie einhalten !
    Die Luftbilder zeigen klar dass dies hier nicht der Fall war.
    “LAPORTE ferme la porte à JULES “, von der Strassenmitte zu den Randgittern !
    Peter SAGAN musste in Vittel (T.d.F.) in einem ähnlichen Fall die Heimreise antreten.
    Die Übertragung mit Luftbildern von Luxemburg und Kommentaren von Tom Flammang sind eine echte Bereicherung für das “Ländchen”. Dadurch müssten in Zufunft mehr Leute das Rennen auch auf der Strecke verfolgen. Ein Wunder dass JULES den Sturz überlebt hat !

    • wenn im sprint einer seine linie verlässt oder nicht wird wohl noch lange in diesem sport für interpretationsdivergenzen zwischen fahrern, fans und jurys sorgen. grob fahrlässig seitens der organisation ist allerdings dass die absperrgitter auf den letzten metern vor der ziellinie “ihre linie verlassen”, die strecke um die entscheidenden cm verengten und jules (mit) zu fall brachten. da gibt es nichts zu interpretieren, das ist fakt, so wie die zieleinfahrt generell (höchst) grenzwertig war. noch ein wort zum start auf dem baustellen-bedingt verkleinerten knuedler: gefühlt 90% der verfügbaren fläche waren für einen riesigen VIP-bereich reserviert, der gemeine fan musste kucken wo er abbleibt. beim TdL ist und bleibt noch sehr viel luft nach oben und ob luftbilder und tv-übertragung dies imagemässig wettmachen?

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