Rennstrecke in Not

11. Januar 2011 15:59; Akt: 11.01.2011 18:15 Print

Die \Die "Nürburgring-Affäre"

NÜRBURG - Dubiose Finanzgeschäfte, ungedeckte Schecks, ein Ministerrücktritt und langwierige Ermittlungen: Die traditionsreiche Rennstrecke erlebt zurzeit ihre schwärzeste Stunde.

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Der "Ring": Beliebtes Freizeitzentrum und traditionsreiche Rennstrecke im Herzen der Eifel (Bild: dpa)

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Mit dem neuen Freizeit- und Geschäftszentrum am Ring wollte die SPD-Landesregierung die strukturschwache Region stärken und auch außerhalb der Motorsportsaison für Einnahmen sorgen. Das letztlich rund 330 Millionen Euro teure Großvorhaben war jedoch wegen seiner Ausmaße und Kosten von Anfang an umstritten.

Als der geplante Deal mit privaten Geldgebern platzte und der Eindruck entstand, die Regierung könnte auf Betrüger hereingefallen sein, trat Finanzminister Ingolf Deubel(SPD) im Juli 2009 zurück.

Kein Geld

Später stellte sich im Zuge staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen heraus, dass der angeblich milliardenschwere US-Investor nie mehr als 500 Dollar auf dem Konto hatte. Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz, der federführend beim Ausbau war, musste im Dezember 2009 nach 15 Jahren an der Rennstrecke seinen Hut nehmen. Die Kündigung begründete der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH mit Missmanagement.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Affäre geht es nun unter anderem um Untreue- und Betrugsvorwürfe gegen Deubel und Kafitz sowie mehrere Manager. Auch gegen den heutigen Ringbetreiber und früheren Investor, Kai Richter, wird in diesem Zusammenhang ermittelt. Mehr als ein Jahr nachdem das Projekt „Nürburgring 2009“ eingeweiht wurde, streiten sich Landesregierung und Opposition auch noch in einem Untersuchungsausschuss in Mainz darüber.

Erster Prozess

In der Nürburgring-Affäre hat am Dienstag vor dem Landgericht Koblenz ein erster Prozess begonnen. Der Ex- Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Walter Kafitz, klagt gegen seine fristlose Kündigung Ende 2009. Er verlangt rund 30 000 Euro Gehalt und will sogar erstreiten, dass sein Vertrag fortbesteht. Die Gegenseite wirft ihm unter anderem schwere Kompetenzüberschreitungen vor.

In einem weiteren Rechtsstreit fordert das Land Rheinland-Pfalz von Kafitz 8,3 Millionen Euro Schadensersatz. Nach dem Skandal um die geplatzte Privatfinanzierung des 330 Millionen Euro teuren Ringausbaus laufen noch immer die Ermittlungen.

Viele Besucher aus Luxemburg

Alain Kleeblatt, Mitglied der Motor-Union Luxembourg (MUL) erklärte gegenüber Tageblatt.lu, dass viele Automobil- und Motorradliebhaber aus ganz Europa – also auch aus dem Großherzogtum - sich auf dem Nürburgring einfinden, um auf der Nordschleife ihr Fahrzeug zu testen. Es fänden auch regelmäßig Rennen auf dem Ring statt. Ab 2011 wird der Meister der MUL im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft (vier b9is fünf Rennen) ermittelt, kündigte Kleeblatt an.

Die Strecke sei auch eine sehr beliebte Testpiste für Reifenhersteller und Automarken, so Kleeblatt. Die Tatsache, dass neben der Rennstrecke eine Erlebniswelt aufgebaut wurde erhöhe die Attraktivität des Rings, der eine wichtige wirtschaftliche Rolle in der Region spiele.Die „Nürburgring-Affäre“ sei eine negative Werbung für den Standort.

(Tageblatt.lu/dpa/lrs)

Kommentare (1 Kommentare)
  • Investoren
    Nicht nur der Nürburgring hat amerikanische Investoren auch die Port Olpenitz mit einem Investionsvolumen von ca. 700 Millionen Euro sieht " kein Geld und kein Land ".
    von: Lothar Asmussen am: 03.02.2011 11:19
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