Nach der 3:5-Niederlage am 9.11. gegen Kirgistan war die Enttäuschung auf Seiten der luxemburgischen Eishockey-Nationalmannschaft groß. Auch das Spiel um den zweiten Platz ging am 10.11. mit 4:5 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate verloren. In der Abschlusstabelle landet die Mannschaft von Trainer Petr Fical auf dem dritten Platz.

Von Pascal Gillen

Tageblatt: Sie beenden das Turnier auf dem dritten Platz. Was ist Ihr Fazit zu den drei vergangenen Spielen?

Petr Fical: Kurz nach dem letzten Spiel bin ich enttäuscht. Wir haben zwei knappe Spiele auf eine unnötige Art und Weise verloren. Am Samstag haben wir im zweiten Drittel nicht gut gespielt und heute (gestern) war es insgesamt besser. Vor der WM, die im April stattfindet, haben wir noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen qualitativ gut trainieren und zusammenhalten. Insgesamt war es ein guter Test vor der Weltmeisterschaft.

Wie groß war die Enttäuschung nach der Niederlage gegen Kirgistan?

Die Frage beantwortet sich von alleine. Ich war bestimmt nicht der Einzige, der vor diesem Turnier schlaflose Nächte verbracht hat. Wir mussten im Vorfeld viel arbeiten, deswegen ist die Enttäuschung groß. Realisieren werde ich das wohl erst in den nächsten Tagen, aber momentan schmerzt es schon. Immerhin war es eine einmalige Gelegenheit, vor heimischem Publikum eine Olympia-Qualifikation auszutragen.

Kirgistan und die VAE liegen beide in der Weltrangliste hinter Ihrer Mannschaft. 2017 gewann Ihre Mannschaft ein Spiel gegen die VAE mit 17:0. Wie kann es sein, dass die Vereinigten Arabischen Emirate in so kurzer Zeit einen solchen Leistungssprung schaffen konnten?

Man sieht einfach, dass die anderen Nationen im Eishockey nicht schlafen. Sie investieren viel Geld in die Sportart und das zahlt sich aus. Mein Job ist nun, zuzusehen, dass wir sportlich an diesen Nationen dranbleiben. Auch in Kirgistan wird investiert. Aber bei beiden Mannschaften würde es nicht funktionieren, wenn sie nicht trainieren würden. Ich denke, dass es eine Mischung aus Investition und gutem Training ist. Wenn man die Jungs hat, die die richtige Einstellung haben, dann kann man eine gute Mannschaft aufbauen. Unser Problem in Luxemburg ist, dass wir zu wenige Eiszeiten haben.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Turnier?

Wir haben Potenzial in der Mannschaft, aber wir müssen es besser ausnutzen. Wir haben das gesamte Wochenende genutzt, um eine Art Trainingslager mit drei Spielen zu absolvieren. Wir haben viel Zeit mit der Mannschaft verbracht und einiges dazugelernt. Individuell, taktische Angelegenheiten und das Zusammenspiel der Mannschaft. Es war alles gut, das Ergebnis ist leider nicht so gut. Wir müssen auf die positiven Dinge bauen, die wir hier gesehen haben. Hinzufügen möchte ich noch, dass das Turnier organisatorisch einwandfrei verlaufen ist.


3 Fragen an Benny Welter

Tageblatt: Wie groß ist die Enttäuschung so direkt nach dem Spiel?

Benny Welter: Ich bin sehr enttäuscht, weil wir in die nächste Runde einziehen wollten. Gegen Kirgistan war es sehr schwer, da sie viele Spieler russischer Abstammung hatten. Gegen die Vereinigten Arabischen Emirate wollten wir aber unbedingt gewinnen. Auch wenn es auf dem Papier nach der Niederlage von Samstag nur noch um den zweiten Platz ging.

Sie haben ein Tor geschossen und eins vorgelegt. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Leistung?

Ich bin mit meiner Leistung nicht zufrieden. Es gab die Möglichkeiten, mehr Tore zu schießen, die ich aber vergeben habe. Ich hoffe, dass ich die Chancen im April besser verwerten kann.

Im April wartet die Weltmeisterschaft der dritten Division. Wie lauten die Ziele der Mannschaft?

Das Leistungsniveau wird auch bei den schwächeren Nationen immer besser. Wir treffen auf fünf Mannschaften, die ein ausgeglichenes Niveau haben. Kirgistan ist da diesmal nicht dabei, weil es noch eine Division unter uns spielt. Deswegen ist es sehr schwer einzuschätzen, was wir erreichen können.

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