Xia Lian Ni sah nach der Partie gegen die Niederlande doch etwas betrübt aus – schließlich hatte sie die Chance, gegen Jie Li, die Nummer drei Europas, zu gewinnen, liegen gelassen. Am Ende entschieden Kleinigkeiten die Partie. Die Ex-Weltklassespielerin suchte im Interview nach Erklärungen.

Tageblatt: Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihren drei Spielen?

Xia Lian Ni: Am Morgen spielte ich richtig gut. Aber ich muss auch sagen, dass das gesamte Team auf einem richtig hohen Niveau spielte. Wir haben noch nie gegen Tschechien gewinnen können. Es war also ein großer Sieg für uns, denn die Tschechinnen haben schon starke Spielerinnen in ihren Reihen. Das Match am späten Abend gegen Jie Li hätte ich durchaus gewinnen können. Das tut mir schon ein wenig weh.

Warum hat es letztendlich nicht ausgereicht?

Es sind immer Kleinigkeiten, die am Ende entscheiden. Aber mit Momenten spürte ich schon, dass meine Beine und Arme nicht mehr so wollten, wie ich das gerne hätte. Mental war ich zwar noch voll auf der Höhe, jedoch macht mir mein Alter wohl doch manchmal einen Strich durch die Rechnung. Aber ich muss lernen, damit umzugehen. Manchmal hat man auch ein derartiges Selbstvertrauen, dass ich meine Gegnerin dadurch in die Knie zwingen kann. Aber gegen Li habe ich auch ein wenig angefangen, nachzudenken, und spielte ein wenig zu ängstlich.

Die Enttäuschung sieht man Ihnen aber förmlich an …

Ich habe hart gekämpft und jeder aus dem Team wollte auch, dass ich dieses Match gewinne. Aber Tischtennis ist eine sehr schnelle Sportart. Verliert man nur in einem kleinen Moment den Fokus auf diesem Level, wird man in engen Phasen nicht als Siegerin vom Platz gehen. Man darf nie die Kontrolle verlieren.

Als Nummer eins des Teams sind Sie fast immer einem gewissen Druck ausgesetzt.

Ja, das stimmt. Aber ich mache mir den Druck auch selbst. Vielleicht hatte ich diesmal zu viele Erwartungen. Ich konnte nicht gut schlafen und fühlte mich daher ein wenig schlapp. Aber ich muss mit diesen Situationen klarkommen. Auch ich lerne noch jeden Tag dazu, auch wenn man dies vielleicht nicht denken mag. Das Viertelfinale rückt jetzt also in weite Ferne … Es wird richtig hart werden. Gegen Rumänien werden wir realistisch gesehen wohl keine Chance haben. Aber wir geben natürlich nie auf. Eine leise Hoffnung besteht immer, aber manchmal muss man auch ein wenig realistisch sein.

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