Eine Entlassung in der Kabine, ein Zeichen gegen Rassismus und ein schneeschaufelnder Präsident: unsere Kurznachrichten vom Wochenende auf einen Blick.

Entlassung noch in der Kabine

Nach 13 BGL-Ligue-Spielen ist die Ära von Trainer Nicolas Huysman bei der Escher Jeunesse am Samstagabend vom Vorstand beendet worden. Die 1:2-Niederlage gegen die abstiegsbedrohte US Hostert hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Davor hatte der Rekordmeister zwei Punkte in den vergangenen sechs Spielen geholt. In den letzten drei Partien ging die Jeunesse als Verlierer vom Platz. Nächste Woche wird Sébastien Grandjean ein weiteres Mal interimistisch auf die Trainerbank zurückkehren. Der Belgier wird die Mannschaft im Pokalspiel am kommenden Wochenende gegen Wiltz betreuen. In der Winterpause soll der neue Coach vorgestellt werden.

Wie bereits im vergangenen Jahr – als sich der Klub von Marc Thomé getrennt hatte – greift man auch diesmal auf die Dienste des früheren Jeunesse-Trainers Sébastien Grandjean zurück. Nach Emilio Ferrera (F91), Claude Ottelé (Etzella), Hasib Selimovic (Mühlenbach) und Vitor Pereira (Rodange) handelt es sich um den fünften Trainerwechsel der Saison.

Dass das Fass deutlich übergelaufen war, zeigte die Reaktion von Jean Cazzaro nach der Niederlage gegen Hostert. Der Jeunesse-Präsident verließ schon vor dem Abpfiff seinen Platz. Auf die Tageblatt-Frage, wie er denn die Darbietung seiner Mannschaft fand, antwortete Cazzaro kurz und bündig, dass er jetzt in die Kabine gehen und den Trainer entlassen werde. „Mehr brauche ich dazu ja wohl nicht zu sagen? Oder?“, schaute der Vorsitzende die verdutzten Reporter an und beendete damit auch offiziell das Kapitel Huysman.


Oh du fröhliche

Das letzte Heimspiel auf der „Grenz“ war von vorweihnachtlicher Stimmung geprägt, zumindest neben dem Spielfeld. Nicht nur, dass die kalten Temperaturen an den Winter erinnerten, wurden die Zuschauer am Haupteingang des Jeunesse-Stadions mit einem kleinen Weihnachtsmarkt empfangen. Für die Besucher eine gute Gelegenheit, noch einen Adventskranz zu ergattern. Schade nur, dass in Esch ein Minusrekord auf den Rängen gezählt wurde und die meisten Bäumchen wieder eingepackt wurden.


Jeunesse gegen Rassismus

Vor dem Auflisten der Anfangsformationen der beiden Mannschaften las Stadionsprecher Aly Ressel gestern ein Kommuniqué der Jeunesse vor. In der Mitteilung distanzierten sich die Escher klar vom Rassismus, in einer Zeit, in der extremistische Strömungen in Europa zunehmen würden. Bei der Jeunesse würde der Sport klar an Position eins stehen, Hautfarbe, Religion und politische Gesinnung würden keine Rolle spielen. Um das zu unterstreichen, durfte der Escher Rabbiner Alexander Grodensky den Anstoß ausführen.


Sommer mit den geschätzt meisten Ballkontakten

Es war wohl eine der schlechtesten Darbietungen in der Vereinsgeschichte der Jeunesse Esch. Auf allen Positionen haperte es, die Entlassung von Nicolas Huysman war am Ende keine große Überraschung. Wenn man einen Spieler hervorheben konnte, dann war es Kevin Sommer. Der Jeunesse-Keeper spielte fehlerlos, parierte einen Elfmeter von Lusala und hatte bezeichnenderweise geschätzt die meisten Ballkontakte seiner Mannschaft. Die Escher hatten 90′ über den Rückwärtsgang eingelegt und spielten oft, ganz oft, ihren Torhüter an.


Becca: F91-Planungen laufen an

Ein genaues Ende der Ära Flavio Becca beim F91 Düdelingen ist nicht abzusehen. Der Investor und Mäzen wird in den nächsten Tagen wieder bei den Transfergesprächen eingebunden sein, wie er gestern erklärte: „Für uns beginnt die nationale Meisterschaft genau jetzt. Ich werde mich jetzt recht schnell mit unserem Trainer zusammensetzen und dann werden wir darüber diskutieren, welche beiden Verstärkungen gebraucht werden.“
Bertrand Crasson beschrieb Becca als „ruhigen Mann. Er ist gut umgeben von einem ganzen Trainerstab, der gut zusammenarbeitet“. Trotz einer komplizierten Hinrunde ist Becca zufrieden mit der Arbeit des Nachfolgers von Emilio Ferrera: „Ich ziehe eine positive Bilanz. Sein Vorgänger war stur. Auf so einem Niveau muss man ein paar Spiele in Folge absolvieren können. Man darf immer mal ein Spiel verlieren, aber nicht so. Trotzdem, man darf bekanntlich nie aufgeben“, zeigte er sich optimistisch für die zweite Hälfte der Saison.


Schneeschaufeln

Eine gute Stunde vor dem Anpfiff unternahmen die UNA-Verantwortlichen alles Mögliche, um die Austragung der Begegnung zu gewährleisten. Auch der frühere Präsident Leon Hilger war sich keineswegs zu schade, sondern legte mit Hand an, um sämtliche Linien vom Schnee freizuschaufeln.


Rein und wieder raus

Gabriel Gaspar kam nach einer Stunde Spielzeit für Daito Terauchi. Doch Gaspar ist nach seiner Verletzung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und musste seinen Platz in der 84. für Philippe Werdel räumen.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here