Nach dem hohen Heimsieg am ersten Spieltag gegen die Red Boys brachten die Diekircher Mädchen das Kunststück fertig, in der Höhle des Löwen, nämlich beim Titelanwärter HBD, zu gewinnen. Die Mannschaft vom neuen Trainer Heng Mauruschatt war nach der guten Leistung und dem klaren Sieg gegen Meister Museldall im Supercup als Favorit in diese Partie gegangen. Doch Diekirch bewies, dank einer sehr cleveren Spielweise, dass die Erwartungen des CHEV dieses Jahr höher liegen könnten. Das Tageblatt sprach mit Trainer Roland Chylinski, der das Team im zweiten Jahr betreut.

Tageblatt: Was war entscheidend in diesem schweren Auswärtsspiel gegen den Supercup-Sieger HBD?
Roland Chylinski: Meine Mannschaft ist das Spiel unheimlich motiviert und engagiert angegangen und Düdelingen zeigte sich beeindruckt von unserer Präsenz in der Abwehr. Auch hat unsere Torhüterin Adriana Staicu eine große Partie abgeliefert. Und da wir in dieser Anfangsphase unsere Angriffe sicher abschlossen, konnten wir einen klaren Vorsprung herausspielen. Was natürlich auch unser Selbstvertrauen steigerte. Äußerst zufrieden war ich in den ersten 45′ auch mit dem großen Einsatz, den wir in der Abwehr an den Tag legten, wie auch mit der Disziplin und Geduld, wie wir die Angriffe durchgezogen haben.

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Trotzdem ist der HBD in der Schlussphase noch einmal gefährlich nahe herangekommen.
Ja, es hat nicht viel gefehlt und der Sieg hätte uns noch entgleiten können. Ich glaube, meine Spielerinnen waren Mitte der zweiten Halbzeit selbst überrascht vom Spielstand. Die Angst vor dem Gewinnen hat sich in der Schlussphase bemerkbar gemacht. Sie wurden ungeduldig und wollten den Sack zu schnell zumachen, und so unterliefen ihnen immer mehr unnötige technische Fehler. Aber Gott sei Dank hat es ja noch zum Sieg gereicht.

Was hat sich gegenüber dem Vorjahr geändert?
Der Kader ist diese Saison breiter aufgestellt. Wir haben einige gute Transfers getätigt und die eigenen jungen Spielerinnen, die nachgerückt sind, sorgen für mehr Druck. Die sportliche Rivalität bei der Truppe ist größer geworden, was sich auch im Training positiv bemerkbar macht. Außerdem haben die Mädchen mit viel Motivation in der Vorbereitungsphase gearbeitet und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist größer geworden. 25 bis 30 Mädchen sind bei allen Trainingseinheiten präsent, was natürlich für den Trainer erfreulich ist. Mit Jill Zeimetz, die beim Roude Léiw sehr viel Erfahrung gesammelt hat, ist eine äußerst wichtige Spielerin zu uns zurückgekehrt. Sie versteht es, die jungen Spielerinnen zu leiten und übernimmt in den kritischen Phasen auch selbst Verantwortung. Außerdem haben wir zwei starke Torhüterinnen, die sich sehr gut ergänzen.

Mit dem Double im Jahr 2012 liegt der letzte Titelerfolg der Mannschaft schon lange zurück. Ist die Durststrecke jetzt beendet, strebt ihr erneut einen Titel an?
Ich glaube, bis dahin ist es noch ein weiter Weg und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Noch bleibt Käerjeng der große Favorit, neben Museldall und dem HBD. Auch wenn dieser Erfolg wichtig war für das Selbstvertrauen des Teams, wollen wir ihn trotzdem nicht überbewerten. Wir müssen uns noch in vielen Bereichen verbessern, noch unterlaufen uns zu viele technische Fehler, noch sind wir nicht gefährlich genug aus der zweiten Reihe. Den Mädchen fehlt einfach noch der Mut zu Distanzwürfen. An den erweiterten Tempogegenstößen müssen wir arbeiten und noch variabler in der Abwehrarbeit werden. Also liegt noch viel Arbeit vor uns. Doch sollten die Motivation und die Einsatzbereitschaft bei den Mädchen so bleiben, kann man hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

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