Wenn am Freitag der erste Startschuss beim Euro Meet fällt, dann kann Luxemburg wieder ein sportliches Highlight erleben. Kaum eine nationale Veranstaltung kann so ein großes Aufgebot an Topstars präsentieren wie das Meeting in der Coque. Schon im ersten Rennen des Tages dürfen die Zuschauer die amtierende Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin sowie Weltrekordhalterin in Aktion erleben. Katinka Hosszu wird zehn Einsätze bei der 21. Auflage bestreiten – nicht umsonst wird die 29-jährige Ungarin respektvoll „Iron Lady“ genannt. Vor dem Auftakt stellen wir die größten internationalen Namen des Euro Meet vor.

Von Marc Biwer

1. Sarah Sjöström (SWE)

Geb.: 17.8.1993 in Salem (S)
Maße: 1,82 m, 80 kg
Größte Erfolge: Olympiasiegerin 2016 über 100 m Delfin, 11 WM-Titel und 22 EM-Titel, 14 Weltrekorde

Sarah Sjöström entschied sich im zarten Alter von neun Jahren gegen Fuß- und Handball und für den Schwimmsport. Mit 15 Jahren gewann sie ihren ersten EM-Titel, über 100 m Delfin bei den Titelkämpfen 2008 in Eindhoven (NL). Es sollte ihre erfolgreichste Disziplin bleiben, 2016 wurde sie in Rio (BRA) zur Olympiasiegerin gekürt. Insgesamt gewann die Schwedin drei Olympia-, 17 WM- und 22 EM-Medaillen, im Freistil und Delfin. Aktuell hält die 25-Jährige sechs Weltrekorde, davon zwei auf der Kurzbahn. Ihre Leistung erfuhr 2017 die größte Wertschätzung, als sie vom Welt- (FINA) und Europaverband (LEN) sowie bei der WM in Budapest als beste Schwimmerin ausgezeichnet wurde. Sjöström wird zum dritten Mal in Folge in Luxemburg gastieren, 2017 brach sie auf Anhieb gleich zweimal alle Rekorde im Freistil- und Delfinsprint, zunächst im Vorlauf, dann im Finale.

2. Katinka Hosszu (UNG)

Geb.: 3.5.1989 in Pécs (UNG)
Maße: 1,70 m, 55 kg
Größte Erfolge: Olympiasiegerin 2016 über 200 m und 400 m Lagen und 100 m Rücken, 24 WM-Titel und 30 EM-Titel, 20 Weltrekorde

Katinka Hosszu ist die Ausnahmeschwimmerin der aktuellen Generation. In ihrer Heimat hält sie zwei Drittel aller Landesrekorde. Auf der Kurz- und Langbahn schwamm die Ungarin 20 Weltrekorde in Rücken und Lagen – sechs davon haben immer noch Bestand. Von 2004 bis 2016 vertrat sie ihr Land viermal bei den Olympischen Spielen, aber erst in Rio stand sie viermal auf dem Podium, dreimal als Goldgewinnerin. Bei Welt- und Europameisterschaften führt(e) ebenfalls kaum ein Weg an der fast 30-Jährigen vorbei, mit 40 WM- und 43 EM-Medaillen. Ihren ersten von 24 Titeln gewann sie 2009 in Rom. Ihren Spitznamen „Iron Lady“ verdiente sich Hosszu aber wegen ihrer Ausdauer. Die zierliche 29-Jährige pflegt gelegentlich alle Disziplinen zu schwimmen. So wie 2013 beim Euro Meet: Bei 30 Einsätzen legte sie 5.200 Meter zurück. Am Ende standen 16 A-Finalen zu Buche, elf davon konnte sie gewinnen und schwamm dabei drei Meet-Rekorde. 4.200 Euro brachte ihr dieser Aufwand ein. Katinka Hosszu ist auch die einzige Preisgeld-Millionärin der Schwimmwelt.

3. Ilaria Bianchi (I)

Geb.: 6.1.1990 in Castel San Pietro (I)
Maße: 1,70 m, 74 kg
Größte Erfolge: Weltmeisterin und Europameisterin 2012

Italien wird beim Euro Meet mit einer starken Mannschaft vertreten sein. Im Delfinsprint erfährt Sjöström gleich dreifache italienische Konkurrenz, von Elena Di Liddo (EM-Bronze 2018), Silvia Di Pietro und Ilaria Bianchi. Letztere erlebt ihren zweiten Frühling und schwamm Anfang Dezember bei den italienischen Meisterschaften persönliche Bestzeit über 100 m Delfin. Eine Disziplin, in der sie 2012 in Istanbul den Welt- und in Chartres den Europameistertitel (beides Kurzbahn) gewinnen konnte. Bei der Kurzbahn-WM vor einem Monat gewann sie Staffel-Bronze. Insgesamt stehen neun EM- und WM-Medaillen zu Buche. Dreimal trat die 29-Jährige bei Olympia an, ihr Stern ging bei der Junioren-WM 2006 in Rio mit dem Titel auf.

4. Mykhailo Romanchuk (UKR)

bianchi romanchuk

Geb.: 7.8.1996 in Rivne (UKR)
Maße: 1,90 m, 82 kg
Größte Erfolge: Europameister 2018, Weltmeister 2017 und 2018

Mykhailo Romanchuk wird gemeinsam mit seinem Landsmann Sergiy Frolov beim Euro Meet die langen Freistil-Strecken dominieren. Zum ersten Mal traten die beiden Ukrainer 2013 in Luxemburg gegeneinander an, der damals 17-jährige Romanchuk belegte Platz zwei hinter Frolov. Der vier Jahre ältere Stallgefährte kam aber nie über EM-Silber hinaus. Anders Romanchuk, der bei der WM 2017 in Budapest die Goldmedaille gewann. Im letzten Jahr schlug seine große Stunde, als er zunächst bei der EM im Sommer in Glasgow Doppel-Gold (800 m und 1.500 m) gewann, um sich dann im Dezember den WM-Titel auf der Kurzbahn in Hangzhou zu sichern. Mykhailo Romanchuk wird zum fünften Mal beim Euro Meet antreten.

5. Kliment Kolesnikow (RUS)

Geb.: 9.7.2000 in Moskau (RUS)
Maße: 1,95 m, 79 kg
Größte Erfolge: Weltmeister und Europameister 2018, 1 Weltrekord

Im vergangenen Jahr war der damals 17-jährige Kliment Kolesnikow die Überraschung beim Euro Meet schlechthin. Der Rückenspezialist konnte nicht nur die beiden kurzen Strecken gewinnen, sondern auch die Königsdisziplin 100 m Kraul. Es sollte der Auftakt in ein erfolgreiches Jahr 2018 werden, mit den EM-Titeln im Sommer in Glasgow über 50 m und 100 m Rücken sowie 4×100 m Freistil. Über 50 m Rücken schwamm Kolesnikow in Schottland Weltrekord. Im Dezember in Hangzhou kamen die WM-Titel über 100 m und 4×50 m Lagen hinzu.

6. Marco Koch (D)

Geb.: 25.1.1990 in Darmstadt (D)
Maße: 1,85 m, 83 kg
Größte Erfolge: Olympiateilnehmer 2012 und 2016, 3 WM-Titel und 4 EM-Titel, 1 Weltrekord

Marco Koch zählt zu den Publikumslieblingen beim Euro Meet. Der Hesse kommt gerne nach Luxemburg und wird zum elften Mal auf Kirchberg starten. Seinen ersten Einsatz feierte er bereits 2006 im Nachwuchsbereich, seit 2013 ist Koch Stammgast in der Coque, konnte die 200 m Brust sechsmal in Folge gewinnen. Der Deutsche lieferte sich über Jahre, bis 2016, einen erbitterten Zweikampf mit Laurent Carnol. Mit dem Beginn des Euro Meet feiert Marco Koch heute seinen 29. Geburtstag. Zu Saisonbeginn wechselte er von Frankfurt nach Darmstadt und hofft, mit neuem Trainingsimpuls noch schneller zu werden. Luxemburg wird der erste Test sein. Wir erinnern uns: Schon einmal schwamm Koch hier in Weltrekordnähe.

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