Und wieder hat eine luxemburgische Mannschaft 0:1 im Europapokal verloren. Nach Düdelingen und der Fola erwischte es am Donnerstagabend Niederkorn gegen AEL Limassol. Wie schon vor einer Woche gegen die Glasgow Rangers zeigten die Gelb-Schwarzen einen erfrischenden und mutigen Auftritt und erspielten sich einige gute Chancen. Im Rückspiel in Zypern am kommenden Donnerstag muss nun ein Sieg her.

Progrès-Trainer Paolo Amodio vertraute der Startelf, die letzte Woche die Glasgow Rangers besiegt hatte. Für den verletzten Stammtorwart Sébastien Flauss stand Charly Schinker im Kasten der Niederkorner. Gegen die Schotten war der Neuzugang bekanntlich eingewechselt worden. Genau wie Apoel Nikosia am vergangenen Mittwoch gegen Düdelingen trat auch AEL Limassol am Donnerstag gegen den Progrès mit nur zwei einheimischen Spielern an. Der gegnerische Trainer Bruno Baltazar hatte sein Team besonders gut auf die Partie gegen den Underdog aus Luxemburg vorbereitet. Letzte Woche weilte der Portugiese gegen die Rangers im Stadion und bereits am Montag reiste er mit seiner Mannschaft an. Europapokal-Stimmung herrschte gestern von Beginn an im Oberkorner Stadion. Vor allem die lautstarken Fans aus Zypern sorgten für das gewisse Etwas.

Raufbolde

Bereits nach 38 Sekunden hatten die Progrès-Anhänger den Torschrei auf den Lippen. Nach einem gefährlichen Eckball von S. Thill konnte Françoise jedoch das Leder aus fünf Metern nicht über die Linie schieben. Die Mannschaft von Trainer Amodio ließ sich nicht aus der Reserve locken, stand zunächst tief und versuchte, durch schnelles Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen.

In der 12. Minute musste der kapverdische Torwart Vozinha sich strecken, um einen Dropkick-Versuch von S. Thill zu entschärfen. Kurz danach traf Karapetian nur das Außennetz, genau wie Olivier Thill in der 42. Minute. Der „Rangers-Modus“ war aktiviert.

Der Limassol-Fanblock sorgte in der 30. Minute für große Unruhe im Differdinger Stadion, als die Aggressivsten unter ihnen plötzlich auf die Ordner in der ersten Reihe einschlugen und Bierbecher in die Menge schmissen.

Schnell rückten Verstärkung und Polizei an, das Spiel war nur für einen kurzen Moment unterbrochen worden.

Die Zyprer hatten ihre stärkste Phase in der ersten Halbzeit zwischen der 25. und 35. Minute. Aufatmen konnten die Gelb-Schwarzen, als sie im letzten Moment einen Schuss von Soares zur Ecke klären konnten (31.). AEL versuchte immer wieder, über den Franko-Tunesier Sassi die Progrès-Abwehr zu durchbrechen. Der rechte Flügelspieler genoss viele Freiheiten, konnte sie aber nicht entscheidend nutzen.

Die zweite Halbzeit wurde durch einen Kopfballversuch von Limassols spanischem Mittelstürmer Arruabarrena eingeleitet. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Und mittlerweile stand auch das gesamte Publikum im Feindesland Differdingen hinter Niederkorn. Auch richtige Déifferdeng-03-Fans ließen sich den Auftritt des Progrès nicht entgehen. Allerdings hatten es einige vorgezogen, keinen Eintritt zu zahlen und das Spiel von den Eisenbahngleisen aus zu verfolgen. Hauptsache dabei sein.

Chancen

Jubeln durften die Handvoll D03-Ultras in der 67. Minute dann auch noch. Nach einer Flanke von Airosa stand Arruabarrena bereit, um aus kurzer Distanz die Führung für Limassol zu erzielen. Fast wäre fünf Minuten später ein weiteres Gegentor hinzugekommen. Matias schien im Strafraum die Orientierung verloren zu haben und gab den Ball dem Gegner. Der darauffolgende Kopfball von Arruabarrena landete an der Latte.

Eine gute Gelegenheit zum Ausgleich hatte Françoise in der 81., als er seinem Gegenspieler Avraam den Ball vor dem Strafraum abluchste, jedoch an Torwart Vozinha hängen blieb. Dieser musste zwei Minuten später einen Weitschuss von Sébastien Thill entschärfen.

Die Schlussoffensive der Niederkorner war jedoch zu harmlos und brachte nichts mehr ein. In den letzten Sekunden der Partie hatte der Progrès noch Glück, als Sassi seinen Schuss aus fünf Metern knapp neben das Tor setzte.

Der Progrès muss am kommenden Donnerstag in der Hitze von Larnaka einen Sieg holen, um sich doch noch das Ticket für die dritte Europa-League-Qualifikationsrunde zu sichern.

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