Marwane Benamra ist für die US Mondorf eine Art Lebensversicherung: Trifft der 23-jährige Franko-Algerier, gibt es eine 84-prozentige Chance, dass die Mannschaft von Paulo Gomes mindestens einen Punkt einfährt.

Im Sommer 2018 hat es Torwart Koray Özcan geschafft: Sein früherer Freund aus gemeinsamen Zeiten bei den Reserven von Evian-Thonon (auf den mittlerweile auch Coach Paulo Gomes aufmerksam geworden ist) wagt den Transfer in die BGL Ligue. Marwane Benamra ist erst 23, hat aber schon in Spanien (3. Liga), Algerien (1. Liga) und in den Jugendkategorien von Olympique Lyon gespielt – wo er sieben Jahren ausgebildet wurde und mit heutigen Weltstars wie Corentin Tolisso, Anthony Martial oder Nabil Fekir trainierte. Während seine Ex-Kollegen die Welt eroberten, erlegte er am Wochenende Rosport. Frust über verpasste Chancen (nach der vorzeitigen Vertragsauflösung in Frankreich) in seiner noch jungen Karriere hat er nicht. “Ich bin jemand, der nach vorne blickt. Klar, ich habe in guten Teams gespielt, mit bekannten Spielern, aber für mich hat es nicht geklappt. Jetzt bin ich hier … Und ich glaube fest daran, irgendwann wieder in eine professionelle Meisterschaft zurückzukehren.” Im Klartext: “Es ist eine Liga, in der man sich zeigen kann, um einen Sprung zu schaffen, ob ins Ausland oder selbst hierzulande.”

Bevor die BGL Ligue aber als Sprungbrett dienen kann, muss er erst einmal Fuß fassen. Mit acht Toren aus neun Spielen stimmt zumindest die persönliche Quote – Platz neun in der Tabelle ist dagegen unzufriedenstellend. Nach dem deutlichen 4:0 gegen Rosport sind zwei weitere Dreier gegen Hostert und RM Hamm Benfica eingeplant: “Mit sechs weiteren Punkten könnten wir in der Winterpause richtig durchatmen und uns ein kleines Polster schaffen. Wir verdienen es nicht, so weit unten in der Tabelle zu stecken.”

Doppelpack und Vorlage

Umso wichtiger war erneut sein Doppelpack sowie der dritte Saison-Assist gegen die Elf von Pedro Resende. Von den sechs Spielen, in denen Benamra traf, gewann die USM vier, zudem gab es einmal einen Punkt gegen Strassen. Trotzdem hagelte es schon sechs Saisonniederlagen. Vor allem die 0:2-Pleite gegen Ettelbrück schmerzt: “Meist haben wir gut begonnen und es dann verpasst, vorne unsere Gelegenheiten zu verwerten … Und dafür wird man bekanntlich bestraft. Das nagte am Selbstvertrauen. Zudem war es schwierig, sich anfangs zurechtzufinden. Es gab einen großen Umbruch im Team, das braucht seine Zeit. Mittlerweile merkt man, dass die Verständigung immer besser klappt. Aber auch das ist etwas, woran wir noch arbeiten müssen.” Der Angreifer fügte hinzu: “Klar bereitet es mir immer Freude, zu treffen. Ich befinde mich derzeit in einer guten Form.

Zudem ist es wichtig, in der aktuellen Situation die Erfolgserlebnisse aneinanderzuketten.” Benamra, der besonders stolz auf seinen Treffer gegen die Europa-League-Elf ist, genießt die Philosophie seines Trainers, der seinem Angreifer viel Freiraum zu seiner Entfaltung lässt: “Bei meiner offensiven Rolle lässt mir der Trainer sehr viele Freiheiten. Das genieße ich. Ich habe nicht das Profil eines strukturierten Spielers. Das bedeutet auch, dass die Gefahr von allen Seiten oder der Mitte ausgehen kann. Ich will unberechenbar bleiben. Defensiv geht es für mich darum, gut mit den anderen im Block zu stehen. Unser Spiel ist auf den Ballbesitz aufgebaut. Wir möchten uns die Torgelegenheiten aus dem Spiel heraus erschaffen. Das ist eigentlich auch genau meine Interpretation von Fußball.”


Steckbrief

Marwane Benamra
Geboren am 9. April 1995 in Lyon
Nationalität: Franko-Algerier
Position: Mittelstürmer, offensives Mittelfeld
Bisherige Vereine: ausgebildet bei Olympique Lyon, Evian-Thonon Gaillard B, Villefranche (beide F), USM El Harrache, CR Belouizdad (beide ALG), US Horadada (ESP), US Mondorf seit dem 26. Juli 2018
BGL Ligue: neun Einsätze, acht Tore, drei Vorlagen

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