Der Progrès Niederkorn wird im Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde der Europa League gegen FK Gabala ohne seinen Toptorjäger Aleksandre Karapetian antreten.
Grund dafür sind Sicherheitsbedenken bzw. der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien.

Aleksandre Karapetian kam 1987 in der georgischen Hauptstadt Tiflis (damals noch Sowjetunion) zur Welt. Bereits früh wanderten seine Eltern nach Deutschland aus, später erhielt er die Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik. Im Jahr 2014 bestritt Karapetian, damals noch in Diensten des F91 Düdelingen, zwei Länderspiele für das Heimatland seiner Vorfahren. Das und sein eindeutig armenischer Nachname werden ihm jetzt zum Verhängnis.

Der Progrès Niederkorn hat entschieden, seinen Angreifer aus Sicherheitsgründen nicht mit auf die Europapokal-Auswärtsreise zu nehmen. Der BGL-Ligist wird demnach das Hinspiel gegen FK Gabala ohne seinen Toptorjäger (29 Treffer vergangene Saison) bestreiten.
“Er ist erleichtert über diese Entscheidung. Obwohl er ein gewisses körperliches Format besitzt, will er dem aserbaidschanisch-armenischen Konflikt aus dem Weg gehen. Es ist auch unsere Rolle als Verein, die Spieler zu beschützen und sie nicht unnötig einer Gefahr auszusetzen”, erklärte Progrès-Teammanager Thomas Gilgemann.

Auch Dortmund hat Risiko vermieden

Der Bergkarabach-Konflikt zwischen den beiden Staaten Armenien und Aserbaidschan wird bereits seit über einem Jahrhundert ausgetragen. Mehrmals brach Krieg am Kaukasus aus und es kam zu Massenmorden auf beiden Seiten. Derzeit herrscht Waffenruhe, aber es kommt immer wieder zu Unruhen oder Übergriffen. Aserbaidschan besteht auf die Rückgabe Bergkarabachs und Armenien auf dessen Unabhängigkeit von Aserbaidschan.

2015 ging Borussia Dortmund auch kein Risiko ein und verzichtete in der Champions-League-Partie gegen den aserbaidschanischen Serienmeister Qarabag Agdam auf seinen damaligen armenischen Starspieler Henrikh Mkhitaryan. Seine Sicherheit konnte nicht garantiert werden. Bei EM-, WM- oder Europapokal-Qualifikations-Auslosungen sind Partien zwischen Teams aus beiden Nationen bereits seit Jahren nicht mehr möglich.


Neuer Angreifer aus Zypern

Nach Ligue-2-Verteidiger Jordan Gobron (US Quevilly/F) hat der Progrès Niederkorn eine weitere ausländische Verstärkung für kommende Saison an Land gezogen.

Vom zyprischen Erstligisten Olympiakos Nikosia kommt Angreifer Romeu Torres. Der 31-jährige Portugiese traf in der vergangenen Saison elfmal für den Hauptstadtverein (33 Spiele) und soll in Niederkorn die bereits gut besetzte Offensivreihe um Aleksandre Karapetian, Emmanuel Françoise und Mayron de Almeida noch einmal verstärken.

Torres war vorletzte Saison Torschützenkönig der zweiten zyprischen Liga und schaffte mit Olympiakos den Aufstieg. Davor stand der Stürmer im Qatar und bei mehreren portugiesischen Erst- und Zweitligisten unter Vertrag.

Vor Torres hatte Niederkorn bereits Jordan Gobron (US Quévilly/F), Tim Hall (Lierse SK/B), Marvin Martins (Jeunesse), Yannick Bastos, Farid Ikene (beide Déifferdeng 03), Igor Teles (RFCUL) und den jungen Torwart Vincent Coelho (Pratzerthal/Redingen) verpflichtet.

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