Union Mertert/Wasserbillig ist der letzte verbliebene Ehrenpromotionär im Pokal-Halbfinale und trifft heute auf die Etzella (20.00 Uhr). Beim derzeit besten Verein von der Mosel setzt man auf Konzentration, Freude und talentierte Japaner.

Euphorie  

Nach dem Sieg im Viertelfinale gegen Rosport gab es kein Halten mehr. Die Euphorie im Umfeld nach dem erstmaligen Einzug ins Halbfinale ist riesig. Trainer Marcus Weiss hatte jedoch keine Probleme damit, seine Spieler auf dem Boden der Tatsachen zu halten. „Sie sind unheimlich konzentriert, passen im Training auf jedes Detail auf“, sagt der 32-jährige Deutsche. Dass die Mosel-Union derzeit fast ausschließlich den Pokal im Kopf hat, belegen die Resultate aus der Meisterschaft. Seit dem Weiterkommen gegen Rosport gab es ausschließlich Niederlagen. „Die Spieler sind auch nur Menschen und keine Roboter. Ich habe Verständnis für sie“, sagt Weiss.

Die bisherige Saison  

Mertert/Wasserbillig spielt eine konstante Saison und steht derzeit auf Platz sieben der Ehrenpromotion. Die Klasse wurde bereits gesichert und vor dem Pokalviertelfinale gegen Rosport durfte der Verein auch noch an den Relegationsplatz denken. „Wir sind ‘the best of the rest’. Alle Teams, die vor uns stehen, haben ein Budget, das dreimal höher als unseres ist“, behauptet Weiss.

Die Leistungsträger  

Im Tor wird heute – nach einer Verletzungspause – wieder die Nummer eins stehen. Dylan Vogel hat an der Mosel seinen Durchbruch geschafft. „Er ist ein Torwart, der auch mal unhaltbare Bälle hält“, sagt sein Trainer über den 20-Jährigen. Neben Vogel gehören die beiden erfahrenen Abwehrspieler Michael Hassani und Marvin Roggendorf zu den Leistungsträgern im Defensivbereich. Vorne sorgen Burak Sözen und Carlo Buchheit für die Tore. Letztgenannter wird das Pokalspiel gegen Etzella wegen einer Verletzung verpassen.
„Wir haben viele Spieler, die Anfang 20 sind. Ab und zu fehlt es uns noch an der nötigen Cleverness“, sagt Weiss.

Die Japan-Connection  

Mertert/Wasserbillig ist mittlerweile zu einem kleinen Eldorado für japanische Fußballer geworden. Yuki Tsushihashi wechselte im vergangenen Juni nach einer starken Saison an der Mosel zu UNA Strassen. „Wir haben ihn unter einer Bedingungen gehen lassen: Er musste uns Ersatz aus Japan besorgen“, erklärt Weiss.

Die Telefone klingelten im Land der aufgehenden Sonne und kurz vor Saisonbeginn wurden mit Ren Anda, Sota Adachi und Taiga Tada drei neue Japaner verpflichtet. Die Asiaten nutzen den Aufenthalt in Europa, um ihre Sprachkenntnisse zu erweitern, zu studieren und nebenbei ihrem Hobby als Fußballer nachzugehen. „Es ist keine Strategie, auf der man einen Verein aufbauen kann, aber derzeit ein gutes Modell für uns“, sagt Weiss.

Adachi und Tada gehören mittlerweile zu den Leistungsträgern. „Sie räumen bei jedem Training die Tore und Hütchen weg und haben eine herausragende Disziplin. Japan, der Osten Luxemburgs und die deutsche Mentalität. Das ist eine Mischung, die passt“, ist Weiss von seinen Schützlingen überzeugt.

Das Saisonhighlight  

Heute kommt es für die Moselunion endlich zum lang ersehnten Highlight der Saison. „Wir kennen bei uns jeden Grashalm und wollen Spaß haben. Druck gibt es nicht, aber wir wissen, dass wir das perfekte Spiel abliefern müssen, um Etzella zu bezwingen“, sagt Weiss. In den vergangenen Wochen wurde vor allem am Umschaltspiel gearbeitet, um den Favoriten mit schnellen und präzisen Konterangriffen anzugreifen. Auch beim Ehrenpromotionär wurden die Spiele des Gegners anhand von Videoaufnahmen analysiert.

„Wir träumen vom Einzug ins Finale, aber wir werden ruhig bleiben und die Aufgabe mit sehr viel Freude angehen“, resümiert Weiss das Vorhaben

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here