Mit der Verpflichtung des erfahrenen 32-jährigen Ebrahima Sawaneh, genannt “Ibou”, wollte UT Petingen in der Winterpause kein Risiko eingehen: Der Stürmer zahlte das Vertrauen gleich zurück und traf in beiden Spielen.

Den Traum, Profifußballer zu werden, haben viele. Doch aus dem armen Frankfurter Plattenbau-Viertel Dietzenbach, aus dem der Deutsch-Gambier “Ibou” Sawaneh stammt, hat es nur er geschafft. Als Vierjähriger kam er damals nach Deutschland und hatte nur eines im Sinn: das runde Leder. “Jeder wollte das Gleiche. Manchmal braucht es einfach ein bisschen Glück.”

Das hat er bei einem internationalen Jugendturnier in Offenbach. Mehrere Scouts werden auf das Talent der U19 von SG Rosenhöhe Offenbach aufmerksam, besuchen ihn sogar zuhause bei den Eltern. Nachdem auch die Familie dem Wechsel zustimmt, unterschreibt er 2004 als 17-Jähriger seinen Amateurvertrag bei Lech Posen. Ein Jahr später folgt die Unterschrift auf dem Profivertrag.

2006 verschlägt es ihn nach Belgien, zum KSK Beveren. Die Karriere nimmt Fahrt auf und der 1,82 m große Angreifer wird zwei Jahre später vom gambischen Nationaltrainer Paul Put für sein Länderspieldebüt nominiert. “Dieses Thema habe ich abgehakt. Nach vier Jahren war aus familiären und privaten Gründen Schluss”, blickt er heute auf diese Zeit zurück.

“Macht keinen Sinn”

Stattdessen wird er in Belgien immer bekannter: Courtrai, Malines und später Louvain gehören zu seinen Stationen, 2012/13 ballert er sich beim OH Louvain zum zweitbesten Torschützen der Saison (mit den meisten Vorlagen). Nur der gleichaltrige Kolumbier Carlos Bacca (FC Bruges, danach AC Mailand, FC Sevilla und Villarreal) traf öfter in dieser Saison. Insgesamt brachte es Sawaneh in der Jupiler League auf 221 Spiele, 41 Tore und 31 Vorlagen.

Trotz der anschließenden Gespräche mit Klubs wie Leverkusen und Saint-Etienne scheitern anschließend die Transfers zu den Topklubs: “Es macht keinen Sinn, sich Gedanken darüber zu machen. Ich bin zufrieden mit meiner Karriere. Alles, was mir passiert ist, war das Beste, was geschehen konnte”, meint der gläubige Petinger. Ein Abstecher nach Katar, Verletzungspech und drei Trainerwechsel bei der Rückkehr nach Belgien haben später zur Folge, dass sein Vertrag beim Zweitligisten Tubize im vergangenen Herbst aufgelöst wird.

Nach zehn Monaten Zwangspause verläuft der Meisterschaftseinstand in Luxemburg umso erfolgreicher: Zwei Tore in zwei Auftritten steuert der 32-Jährige zu den Petinger Sieger bei. “Wichtiger ist, dass wir als Mannschaft sechs Punkte geholt haben und zweimal dominiert haben.” Während er in der Jugend meistens als Linksaußen eingesetzt wurde, haben ihn die Coaches danach auch als hängende Spitze oder in einer Formation mit zwei Spitzen eingesetzt: “Ich genieße deshalb auch diese Freiheiten, die man mir in Petingen lässt. Der Trainer verlangt von uns, dass wir uns abwechseln. Offensiv haben wir die Möglichkeit, frei zu denken”, so Sawaneh über die Art und Weise, wie Carlos Fangueiro funktioniert. “Ich wurde hier, genau wie Jules Diouf, mit offenen Armen empfangen. Es ist eine sehr familiäre Atmosphäre. Wir haben eben nicht nur ein oder zwei Spieler, die den Unterschied machen können, sondern ein Kollektiv. Auch die Jungs, die eingewechselt worden sind, haben ein Plus gebracht.”

Morgen will die UTP ein “gutes Ergebnis” gegen Déifferdeng 03 erzielen und sich weiter von “Spiel zu Spiel” orientieren. “Ob das gute Ergebnis letztendlich ein Sieg oder ein Unentschieden ist, wird vom Spiel abhängen.”

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here