Dubai und Tom Habscheid scheinen ein besonderes Verhältnis zueinander zu haben. Bereits im Frühjahr hatte der LPC-Athlet einen Weltrekord (14,97 m) in der Kategorie F63 aufgestellt. Diese Leistung konnte er an gleicher Stelle am Sonntag (10.11.) noch einmal toppen.

Von Pierrot Feltgen

Der luxemburgische Para-Athlet war sich bewusst, dass er seine Bestmarke übertreffen musste, um im Kampf um die Medaillen ein Wörtchen mitreden zu können. Bei idealen äußeren Bedingungen ging Habscheid mit der nötigen Lockerheit in den Wettbewerb. Sofort mit dem ersten Versuch unterstrich er seine Ambitionen. Mit einer Weite von 14,85 Metern übernahm er die Führung nach dem ersten Durchgang. „Ich war die ganze Woche schon gut drauf und bin super in den Wettkampf gestartet“, so Habscheid nach seinem Wettbewerb.

Im dritten Durchgang startete der Brite und mehrmalige Weltmeister Aled Davies mit einem Stoß von 15,10 Metern einen Angriff auf die Spitze, aber Habscheid blieb fokussiert und konterte mit der gleichen Weite. Ein erstes Ziel des Luxemburgers war somit erreicht, die Verbesserung seiner Bestmarke um 13 Zentimeter, gleichbedeutend mit einem neuen Weltrekord. Durch die bessere zweite Weite konnte Habscheid als Führender in die drei letzten Finaldurchgänge gehen. Eine gute Ausgangsposition, die es ihm erlaubte, immer als letzter Konkurrent anzutreten. Und hier war er sofort gefordert, da Davies im vierten Versuch mit 15,32 Metern davonzog.

„Ich war zu diesem Zeitpunkt überzeugt, dass ich noch einmal kontern könnte. Aber ich vermochte die Technik nicht mehr richtig umzusetzen.“ In einem hochklassigen Wettbewerb, mit zwei persönlichen Bestmarken, einem Afrika-Rekord, einem Asien-Rekord sowie einem Weltrekord, hatte Habscheid keine Probleme mehr, seinen Silberrang zu verteidigen.

Seit einem Monat Halbprofi

Mit einer tollen Serie (14,85, 14,20, 15,10, 14,73, 14,77 und 14,70 Meter) und dem Gewinn der Silbermedaille hat der Luxemburger noch ein weiteres Ziel erreicht, nämlich die direkte Qualifikation für die Paralympics in Tokio 2020. Sein Trainer, Fernand Heintz, war mehr als zufrieden mit der Leistung seines Schützlings. „Unser Plan ist aufgegangen, mit dem ersten Stoß sofort Druck aufzubauen. Tom war locker und mental sehr stark. Es war ein optimaler Wettbewerb und Tom hat Davies richtig gut die Stirn geboten. Das verspricht für die Zukunft. Jetzt können wir langfristig für Tokio planen und an der Optimierung von Technik und Kraft arbeiten.“

Der Planung für das nächste Topevent hilft ohne Zweifel die Tatsache, dass Tom Habscheid seit dem 1. Oktober den Status eines Halbprofis besitzt. Mit gemeinsamer Hilfe des LPC (Luxembourg Paralympic Committee), des LIPHS (Luxembourg Institute for High Performance in Sports), des Nationalen Olympischen Komitees und des Sportministeriums profitiert der Para-Athlet bis nach den Spielen in Tokio von einer Freistellung von 20 Arbeitsstunden. Alle Voraussetzungen für eine paralympische Medaille im nächsten Jahr sind somit gegeben.

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