Vom 2. bis 6. Juli 2019 findet der Europapokal (auch „European Club Championships“ genannt) erstmals in der Geschichte des luxemburgischen Badmintonverbandes hierzulande statt. Im „Centre sportif Gaston Stein“ in Junglinster treten insgesamt 13 Mannschaften in vier Vorrundengruppen an.

Von Ronny Sadler 

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Spitzenbadminton steht auf dem Programm. Leider ziehen es viele europäische Spitzenspieler vor, bei internationalen Einzelturnieren Weltranglistenpunkte zu sammeln, die für die Olympiaqualifikation ausschlaggebend sein werden. Dennoch lässt sich das Teilnehmerfeld sehen. Absolutes Highlight sind die Titelverteidiger von Primorje Wladiwostok. Aus der etwa 12.000 km entfernten russischen Hafenstadt, am Japanischen Meer gelegen, reisen sieben Spieler an, die zu den europäischen Top 10 gehören. Sowohl Iwanow/Sozonow (WR-21.) als auch Gratschew/Kotsareno (WR-69.), zumeist deutlich über 1,90 m, sind hervorragende Doppelspezialisten.

Die Konkurrenten 

Im Herreneinzel ragt der 33-jährige Wladimir Malkow als WR-59. heraus, der übrigens Gegner von Robert Mann bei den European Games in Minsk war. Mit Nina Wislowa führt die einzige russische Europameisterin (im Doppel) die Damenriege an. Die junge Paarung Bolotowa/Dawletowa steht zurzeit auf Platz 21 der Doppel-WR und dürfte ebenso in Tokio dabei sein wie das routinierte Gemischtdoppel Dremin/Dimowa. Den Russen darf der achte Titel seit 2007 zugetraut werden.

Hauptkonkurrent ist der zweifache Finalist BC Chambly Oise aus Frankreich. Die Gegner von Gastgeber Junglinster treten mit bekannten Namen wie Beatriz Corrales, Soraya De Visch Eijbergen, Thomas Rouxel oder dem Finnen Heino Eetu an.

In der Gruppe 3, der auch Schifflingen angehört, gilt Calvi Network BC Milano als Favorit, während die Spanier von Recreativo IES La Orden aus Huelva in Gruppe 4 vorne erwartet werden.

“Mit einer guten Leistung und etwas Glück” 

Landesmeister Junglinster wird bei diesem Wettbewerb, 1978 in Göppingen erstmals ausgetragen, gegen Chambly Oise kaum eine Chance haben, rechnet sich jedoch gegen die Ukrainer aus Dnjepropetrowsk durchaus Chancen aus. Jedoch fällt Mattias Sonderskov aufgrund einer Fußverletzung kurzfristig aus. Spielertrainer Adrien Guignard setzt auf eine gesunde Mischung aus Routiniers wie Philip Shishov, Sarkis Agopyan, Georgina Bland (WR-153.) oder Cristina Popova und jungen, hungrigen Spielern wie u.a. der erst 15-jährigen Kim Schmidt, Nationalspieler Léo Hölzmer, Lisa Jungerwirth, Marie Goedert und Leda Dominic.

Auf die Frage nach den Chancen bei diesem Turnier meint die Doppelspezialistin Lisa Jungerwirth: „Die Franzosen dürften eine Nummer zu groß sein. Sie spielen mit etlichen Topspielern. Gegen die Ukrainer aus Dnjepropetrowsk stehen die Chancen 50:50, sodass wir mit einer guten Leistung und etwas Glück das Viertelfinale erreichen können.“

Hoffnung aufs Viertelfinale

Da Differdingen auf eine Teilnahme verzichtete, das Gastgeberland aber über jeweils zwei Startplätze verfügt, wird der Tabellendritte Schifflingen ebenfalls antreten. „Wir wissen, dass die Italiener aus Mailand wohl kaum zu schlagen sind“, erklärt Alexandre Servatius, der 2017 aus Arlon nach Schifflingen kam. „Es ist meine erste Teilnahme am Europapokal. Wir wollen einfach unser Bestes geben. Gegen den lettischen Vertreter RSDP/RBS aus Riga rechnen wir uns Chancen aus. Die Teilnahme an diesem Turnier soll einfach Spaß machen, wir nehmen es als Bonus einer insgesamt gelungenen Saison.“

Dem stimmt auch Cédric Roilgen zu, für den es die dritte Teilnahme ist: „Ich freue mich auf das Turnier und hoffe, wir kommen durch einen Sieg gegen die größtenteils unbekannten Letten ins Viertelfinale.“ Mit Frédéric Gaspard und Sabine Devooght aus Belgien sowie Elena Nozdran setzt der ehemalige Serienmeister auf internationale Erfahrung, daneben kommen die Routiniers Ilia Latypov und Gregory Mergen zum Einsatz. Carole Wagener und Aude Meyer komplettieren das neunköpfige Aufgebot.

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