ING-Europe-Marathon

15. Juni 2011 02:28; Akt: 15.06.2011 05:51 Print

Masse, Klasse, Volksfest-stimmungMasse, Klasse, Volksfest-stimmung

Der sechste ING-Europe-Marathon ist Geschichte, der siebte ist bereits in Planung und wird wohl 2012 wieder am Samstag nach Christi Himmelfahrt, demnach am 19. Mai, stattfinden.

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Rennleiter Erich François. (Bild: Jeff Lahr)

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„Sauf catastrophe“ auch wieder in der Luxexpo, die sich als Start- und Zielort zum zweiten Mal bewährt hat.

Die Bestätigung beider Informationen steht noch aus, sollte aber eigentlich nur noch Formsache sein. „Seit wir in der Luxexpo sind, kenne ich das Wort 'Problem' gar nicht mehr“, äußert sich Rennleiter Erich François mehr als belobigend über den Gastgeber, der die Coque als Start- und Zielort ablöste.

Plan B

Es sei denn … der ursprüngliche Plan B nach dem bekannten Hickhack mit der Coque würde wieder auftauchen. Der sah bekanntlich Start und Ziel in/bei einem Riesenzelt auf dem Glacis-Feld vor. Ein Näherrücken von Start/Ziel ans Stadtzentrum, wo bekanntlich bei sechs ING-Marathons hauptsächlich „die Musik spielte“, würde den Volksfest-Charakter des Events wohl noch verstärken, aber andererseits auch wieder neue logistische Probleme mit sich bringen. „Wait and see“, würde der Brite sagen.

Wie dem auch sei, Volksfeststimmung gehört zu einem guten Stadtmarathon dazu. Diese über 42 lange Kilometer integral aufrechtzuerhalten ist schwer, was in der Natur der Sache liegt. Das kommt auch bei Marathons in Millionenstädten vor, wenn man durch Wohnviertel laufen muss. In Luxemburg entschädigen dafür sogenannte „Hot Spots“, wo wirklich der Bär steppt, ein spektakulärer Zieleinlauf in einer Halle und die Tatsache, dass es ein „Night Run“ ist.

Etabliert

Bei den zahlreichen ausländischen Gästen (sie stellen über die Hälfte der Teilnehmer) kommt die Mischung jedenfalls gut an, trotz oder auch wegen der nicht einfachen, dafür schönen Strecke. Zu einem Stadtmarathon ins Ausland reist man nicht nur einen Tag, und so stellen diese über 4.000 „Clienten“ (und ihre Begleiter) Jahr für Jahr ein nicht zu unterschätzendes touristisches und wirtschaftliches Potenzial dar. Trotzdem wird sich noch (zu) oft über sie/den Marathon lieber beklagt als gefreut.

Freuen tun sich dagegen seit dem (Überraschungs-)Erfolg der Erstauflage 2006 jedes Jahr Zehntausende Zuschauer. Auch bei ihnen kommt die Mischung an, in dem Fall von Masse und Klasse. Erstgenanntes in Bezug auf den Sport und den Aha-Effekt, 2011 dazu erstmals mit Spannung quasi bis zum letzten Meter. Letzteres bezüglich Fun, Party, Spaß an der Freude, am Zusehen und am Anfeuern.

Der Organisator müsste schon fast nicht mehr mit „Attraktionen“ – Stelzenläufer, Blechdosen-Läufer, „Weinverkäufer“, Fauja Singh, Joey Kelly, Barfuß-Läufer, „Pink Ladys“ etc. – nachhelfen: Die schillernden Figuren, die wie auch immer verkleideten Teilnehmer, die ebenfalls den Charme eines jeden Stadtmarathons ausmachen, kommen mittlerweile von selbst. Ein Zeichen (von mehreren), dass sich der ING-Europe-Marathon etabliert hat. Nicht zuletzt auch dank der Stimmung und des Luxemburger Publikums.

Web www.ing-europe-marathon.lu

(Claude Clemens)