Am Mittwoch findet eine Feier anlässlich des 100-jährigen Bestehens der SNHBM statt. Wenn man zurückblickt, kann man bei der auch als „Gemeinnützige Gesellschaft für Wohnungsbau“ bekannten Institution nur von einer Erfolgsgeschichte sprechen.

Lesen Sie zum Thema auch das Interview mit SNHBM-Chef Guy Entringer

Neues Logo und ein Buch

Heute Abend bei der offiziellen Feier wird die SNHBM auch ihr neues Logo präsentieren. Zudem wird ein Buch vorgestellt werden, das sich intensiv mit der 100-jährigen Geschichte der „Gemeinnützigen Gesellschaft für Wohnungsbau“ befasst.

Gegründet wurde die Gesellschaft am 19. Oktober 1919 unter dem Namen „Société anonyme pour la construction d’habitations à bon marché“. Die Aufnahme der Bauaktivitäten folgte 1921 mit der Errichtung erster Häuser in der Hauptstadt, so etwa in der rue Michel Lentz. Innerhalb der ersten zehn Jahre wurden rund 400 Einfamilienhäuser in verschiedenen Ortschaften erbaut.

Auch während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren wurde die Bautätigkeit nicht eingestellt, allerdings reduziert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die „Gemeinnützige Gesellschaft für Wohnungsbau“ auf insgesamt 520 Einheiten, darunter 450 Einfamilienhäuser und 70 Appartements zurückblicken.

Umfangreiche Bauvorhaben

Während des Krieges wurde der Name der Gesellschaft durch die nationalsozialistische Besatzungsmacht in „Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Moselfranken“ abgeändert. Nach Kriegsende wurde dieser Name rasch gestrichen, doch erst am 21. März 1955 bekam die Gesellschaft ihren auch heute noch bestehenden Namen „Société nationale des habitations à bon marché“ (SNHBM).

Zwischen 1950 und 1995 waren etliche Siedlungen, hauptsächlich im Süden und Zentrum des Landes, entstanden, so etwa die Cité Pierre Krier in Esch, die Cité Ernest Hamelius in Cessingen, die Cité Léon Kauffman in Zolver, die Cité Henri Frommes in Luxemburg-Cents oder auch die Cité Grand-Duc Jean in Bereldingen.

Ab dem Jahr 2000 erfolgten etliche weitere teils sehr umfangreiche Bauvorhaben unter anderem in Schüttringen (40 Wohnungen), Düdelingen (46 Wohnungen) und Lamadelaine (86 Wohnungen). In Zusammenarbeit mit dem Fonds Kirchberg wurden in den Vierteln Grünewald und „Réimerwee“ zusätzlich rund 420 Wohneinheiten geschaffen.

Die Entwicklung der Gesellschaft, die bis dato landesweit rund 9.000 Wohnungen realisiert hat, lässt sich demnach sehen. Und vor allem in den vergangenen fünf Jahren wuchs die Zahl der Jahr für Jahr fertiggestellten Wohnungen (siehe auch das Interview mit Direktor Guy Entringer auf der gegenüberliegenden Seite) extrem stark an.

Ein Dorf entsteht

Es ist das größte Bauprojekt der SNHBM in den letzten Jahrzehnten. In der beschaulichen Landgemeinde Kehlen wird quasi ein neues Dorf entstehen: Elmen.

Die Infrastrukturarbeiten haben bereits begonnen, doch bis die ersten Bewohner einziehen können, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. In der Gemeinde Kehlen baut die SNHBM eine Siedlung von 375 Appartementwohnungen und genauso vielen Einfamilienhäusern. Platz für rund 2.000 Einwohner. Dazu kommen unter anderem eine Schule, Geschäftslokale, Arztpraxen und – wie sich das für ein echtes Dorf gehört – eine „Maison pour tous“, ein kleines Kulturzentrum also. Weitere Infos zu dem Mammutunternehmen findet man auf der eigens dazu eingerichteten Webseite.

 

„Zahlen sprechen beredter als Worte“

Im Tageblatt vom 15. Dezember 1926 findet man unter dem Titel „Gemeinnützige Gesellschaft für Wohnungsbau“ einen interessanten Bericht über die heutige SNHBM: „Im Laufe des verflossenen Monats sind die durch die Gesellschaft zu Bonneweg, Itzigerstraße neuerbauten schmucken Wohnhäuser durch Kauf in den Besitz nachstehender Personen übergegangen, nämlich: 1) Frau Witwe Henry Pauly, geb. Margaretha Franck, ohne Stand, Hollerich: 2) Pierre Ackermann, städtischer Beamter, Limpertsberg; 3) Johann Medernach, Zollbeamter, Untereisenbach: 4) Johann Nicolas Thill, Eisenbahnbeamter, Hollerich: 5) Peter Bechet, Privatsekretär, Walferdingen; 6) Mathias Arendt, Coiffeur, Rümelingen; 7) Martin Thill, Sekretär Adjunkt der Staatsanwaltschaft, Luxembg-Glacis, 8) Theophile Steinborn, Zollbeamter, Hollerich: 9) Michel Kemp, Trambahnbeamter, Bonneweg, 10) Johann Peter Klein, Anstreichermeister, Neumerl, 11) Nicolas Schlentz, Eisenbahnbeamter, Bonneweg, 12) Eugen Haas, Beamter der Columeta, Düdelingen, 13) Wilhelm Hensel, Dienstchef, Ettelbrück.

Die Häuser haben je fünf Zimmer, eine Mansarde, W.C., Waschküche, Keller und Speicher. Außerdem gehört zu jedem Hause ein 9 Meter tiefer Vorgarten sowie ein Gemüsegarten von 1,5 bis 2 Ares. Die Kaufpreise betragen je nach dem Haustypus 75.000, 78.000 u. 80.000 Franken. (…) Die Dreihäuser-Gruppe zu Bonneweg wird voraussichtlich auch bis zum 1. Februar künftig in bezugsfertigem Zustande sein. Die Bauarbeiten in der neuen Wohnungskolonie zu Gasperich, bestehend aus 17 Häusern, schreiten rüstig voran. Momentan sind die beiden letzten Häusergruppen in der im Bau begriffenen Straße unter Dach.

Die an der Verbindungsstraße erbauten neun Häuser, hergestellt in zwei Gruppen von 4 bzw. 5 Stück, gehen ihrer Vollendung entgegen. Bis zum heutigen Tage hat die Gesellschaft zusammen 178 Häuser erbaut, wovon 26 zu Luxemburg-Limpertsberg, 21 zu Neumerl, 8 zu Beggen, 41 zu Gasperich, 15 zu Bonneweg, 2 zu Wecker, 42 zu Esch an der Alzette, 11 zu Düdelingen und 12 zu Differdingen. Hiervon sind 128 verkauft, 30 vermietet und 20 noch im Rohbau. Seit ihrer Gründung beläuft sich der Gesamtumsatz der Gesellschaft auf einen Betrag von über 18 Millionen Franken. Diese Zahlen sprechen beredter als Worte.“

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