Die Gruppe 6 der Arbeitnehmerkammer vertritt die Mitarbeiter aus den Verwaltungen und den öffentlichen Unternehmen. Ein „Hotspot“ der Gewerkschaftsarbeit in diesem Sektor sind die Post und die Folgen ihrer Privatisierung. Aber auch die Kollektivverträge der Gemeindemitarbeiter sind eine Baustelle.

Im März sind in Luxemburg Sozialwahlen. Gewählt werden nicht nur die Personalvertreter in den Betrieben, sondern auch die neuen Mitglieder der Arbeitnehmerkammer. Diese setzt sich aus 60 Delegierten der verschiedenen Wirtschaftssektoren zusammen. Vier von ihnen sind Vertreter der Gruppe 6: Verwaltung und öffentliche Unternehmen. Darunter fallen Kommunal- und staatliche Verwaltungen sowie Gemeindesydikate und Unternehmen wie die Post und der Stromversorger und Netzbetreiber Encevos.

Ein wichtiges Thema, das diesen Sektor umtreibt, sind die Privatisierung und Auslagerung staatlicher Betriebe und die Folgen davon, erklärt Christian Sikorski, der beim OGBL für diesen Bereich zuständig ist. Ein Beispiel hierfür sei die Post, die seit einiger Zeit schon ein öffentliches Unternehmen („Etablissement public“) ist. Die Post und ihre Tochterunternehmen zählen rund 4.500 Mitarbeiter (Beamte und Angestellte) – somit ist sie einer der größten Arbeitgeber Luxemburgs.

Seit 2013 haben die Mitarbeiter dort einen neuen Kollektivvertrag, der unter der Federführung der Gewerkschaft LCGB entstanden sei, erinnert Sikorski. Der Kollektivvertrag bedeute eine Verschlechterung für die Mitarbeiter. Ein Ziel bestehe deshalb darin, hier eine Verbesserung für die Mitarbeiter zu erwirken.

Gleiche Arbeitsbedingungen wie bei der einer Verwaltung

Tatsächlich sollten für diese Mitarbeiter die gleichen Arbeitsbedingungen gelten wie bei einer Verwaltung. Immerhin sei der Arbeitgeber bei der Post derselbe wie bei den Verwaltungen, nämlich der Staat. Hier müsste das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelten.

Ein weiteres Problem sieht Sikorski bei den Kommunalverwaltungen. Anders als beim Staat gibt es bei den Kommunen nicht den einen Kollektivvertrag für alle Arbeiter. Vielmehr haben die Gemeinden ihre eigenen Kollektivverträge mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen.

Die Gewerkschaft fordert deshalb gleiche Bedingungen für alle Angestellten der Gemeinden. Gleiche Arbeit und gleiche Qualifikation müssten mit dem gleichen Gehalt entlohnt werden – egal ob ein Arbeitnehmer im Norden des Landes arbeitet oder im Süden. Bei den Beamten sei es nämlich längst der Fall, dass im gesamten Sektor die gleichen Regeln gelten.

1 Kommentar

  1. Die Arbeiter in keiner luxemburger Gemeinde sind schlecht bezahlt. Für jeden freien Posten melden sich dutzende Bewerber aus dem Privatsektor. Auch ist eine Gemeindeverwaltung eine eigenständige Verwaltung welche die Arbeitsentgeltung gemäss geltendem Recht selbst festlegen kann. Was die luxemburger Gemeindeväter festlegen ist nicht so schlecht, denn fast jede Gemeinde lehnt sich an den Südarbeiterkollektivvertrag oder an den Staatsarbeiterkollektivvertrag an. Dieses sollten sich die Gewerkschaften zu Herzen nehmen.

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