Die Generalprobe für die Spiele der kleinen Staaten hatte Bob Bertemes am vergangenen Wochenende beim European Cup in Tampere noch so richtig vermasselt: Nicht einer seiner vier Versuche war am Ende gültig. Am Mittwoch sorgte der Kugelstoßer bei den JPEE in Montenegro dann jedoch für die erste Medaille der Leichtathleten und packte dabei einen richtig starken Wurf aus. Bei seinem letzten Versuch landete die Kugel bei einer Weite von 20,57 Metern.

Dieser war auch nötig, denn Konkurrent Tomas Durovic wollte sich bei seinen Heimspielen nicht so einfach geschlagen geben. Zwischenzeitlich lag der Montenegriner mit einer Weite von 19,4 Metern sogar in Führung. „Es war klar, dass er mich nicht so einfach bei seinen Heimspielen gewinnen lassen würde. Nach dem Aufwärmen hatte ich ein gutes Gefühl, danach hat es aber angefangen zu regnen, was mich doch gestört hat“, erklärte Bertemes. Der Start in den Wettkampf gestaltete sich dann auch dementsprechend schwierig und die ersten drei Versuche waren somit nicht das Wahre, wie er zugibt. Als Ausrede wollte der 26-Jährige das aber nicht gelten lassen: „Die Bedingungen waren ja für jeden die selben. Auch wenn der Ring etwas rutschig war, ist dies etwas, auf das man sich einstellen und einfach etwas vorsichtiger agieren muss.“ Als es dann wieder etwas trockener wurde, war Bertemes schließlich voll da: „Danach wurde es besser und ich habe schnell das gute Gefühl, dass ich zuvor hatte, zurückgefunden und mit den letzten drei Versuchen dann doch noch etwas gemacht.“

Ein Highlight zum Schluss: JPEE-Rekord pulverisiert

Und wie: Mit seinem vorletzten Versuch hatte Bertemes Konkurrent Durovic übertrumpft, sich das große Highlight aber bis ganz zum Schluss aufgehoben. Mit 20,57 Metern kam Bertemes nicht nur in die Nähe seines Landesrekordes von 21,00 Metern heran, den er im letzten Sommer bei der EM in Berlin aufgestellt hatte, sondern pulverisierte den bisherigen JPEE-Rekord, der bei 19,73 Metern lag. Glücklich zeigte sich Bertemes dann auch nach der Siegerehrung, auch wenn bei dieser die Nationalhymne durch einen erneut starken Regenschauer auf gerade einmal 15 Sekunden gekürzt wurde: „Die Saison ist sehr lang und wir haben in letzter Zeit weiter an der Technik gearbeitet. Seit fast anderthalb Monaten habe ich in einem Wettkampf auch nicht mehr die 20 Meter übertroffen, somit bin ich mit dem gesamten Wettkampf sehr zufrieden. Hier sieht man, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Und auch wenn Bertemes in den letzten Monaten bei großen internationalen Wettbewerben an der Spitze mitmischen konnte, so ist das JPEE-Gold für ihn mindestens genauso wertvoll: „Die Spiele sind schon etwas, das größer als der Athlet selbst ist. Man ist Teil einer großen Delegation und alle stehen hinter einem und das ist super motivierend. Dass ich mit der Goldmedaille meinen kleinen Anteil dazu beitragen kann, ist einfach ein tolles Gefühl und bedeut mir sehr viel.“

Bodenständig

Wie bodenständig Bertemes noch immer ist, konnte man dann auch im Stadion beobachten, als ein kleiner Fan ihn um ein Foto bat, schenkte er ihr gleich auch noch das JPEE-Maskottchen Smokovic, dass er gerade eben zusammen mit seiner Medaille überreicht bekommen hatte.

Insgesamt war es auch ein erfolgreicher Tag der FLA-Delegation, neben Bertemes holten Charline Mathias über 800 Meter und Speerwerferin Noémie Pleimling ebenfalls Gold. Hinzu kommen drei Silber- und eine Bronzemedaille.

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