Eine erneute Schlappe bei der Gesundheitsreform von US-Präsident Donald Trump hat Europas Börsen am Dienstag belastet. Anleger zweifelten, ob der Republikaner mit seinen Plänen für milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur sowie Steuererleichterungen für US-Firmen vorankommen wird. Das schickte den US-Dollar auf Talfahrt. Der wiederum teurere Euro bremste vor allem den exportlastigen Dax aus. Der deutsche Leitindex rutschte um 1,3 Prozent auf 12.430,39 Punkte ab, der EuroStoxx50 verlor rund 1,1 Prozent auf 3478,68 Punkte.

“Die Aussichten, dass in den USA in diesem Jahr noch etwas wirtschaftspolitisch Relevantes erreicht werden wird, sind gering”, sagte Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim. “Auf die zusätzlichen Impulse zur US-Konjunktur, die sich viele von dem neuen Präsidenten erhofft hatten, wird man vergeblich warten.” Zwei weitere Senatoren haben angekündigt, gegen die Pläne der Republikaner zum Umbau des von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems ObamaCare zu stimmen. Damit verfügt das Projekt über zu wenig Stimmen im Senat. Trump kündigte umgehend einen neuen Vorstoß an.

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Auch an der Wall Street ging es überwiegend abwärts. Investoren am Devisenmarkt verkauften die US-Währung. Im Gegenzug zog der Euro bis auf 1,1583 Dollar an und notierte damit so hoch wie seit Mai 2016 nicht mehr. Das stimmt mittlerweile immer mehr Börsenprofis pessimistisch. Ihre Konjunkturerwartungen im kommenden halben Jahr fielen im Juli um 1,1 auf 17,5 Punkte und damit den zweiten Monat in Folge, wie das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW ermittelte.

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