Im Vorfeld des Nationalfeiertags findet in der Garnisonsstadt Diekirch eine Militärparade statt. Mit dieser Tradition will die luxemburgische Armee ihre Verbundenheit mit der Bevölkerung ausdrücken. Die Parade ist aber auch gleichzeitig eine gute Gelegenheit für einen Rückblick und ein Anlass, aktuelle Themen anzusprechen.

Von unserem Korrespondenten Olivier Halmes

Das taten Armeeminister François Bausch wie auch der Kommandant des Militärzentrums Yves Kalmes bei der Gelegenheit. Kalmes ließ die letzten Monate noch einmal Revue passieren. Das erste Halbjahr 2019 war überschattet durch den tragischen Unfall im Depot Waldhaff. Bei der Explosion einer Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg wurden im Februar zwei Militärangehörige getötet und zwei weitere teils schwer verletzt. Kalmes erwähnte auch, dass die luxemburgische Armee im vergangenen Jahr an Missionen in Mali, Afghanistan und Litauen teilgenommen hat. Zudem war sie beim großen NATO-Manöver in Norwegen anwesend. Auf nationaler Ebene sei besonders der Einsatz im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest hervorzuheben, so Kalmes. Auch in diesem Jahr machte der Kommandant erneut auf das Rekrutierungsproblem bei der Armee aufmerksam.

„Kein Beruf wie jeder andere“

Die getroffenen Maßnahmen haben bislang nicht den erwünschten Erfolg erbracht. Insbesondere bei den Offizieren und Unteroffizieren sei die Lage ernst. „Dofir musse mir do nei Weeër goen an dës Carrièren opmaachen fir een anere schoulesche Niveau wéi bis elo“, sagte Kalmes. Minister Bausch sprach seinerseits von den Herausforderungen, denen sich eine moderne Armee stellen muss. Der Minister spannte in seinen Ausführungen den Bogen von den Krisen in der Welt bis hin zum Umweltschutz. Der Dienst in der Armee sei kein Beruf wie jeder anderer, betonte Bausch. In einer immer komplexer werdenden Welt bekämen Dinge wie Cyber-Security und Cyber-Defence immer größere Bedeutung. Daher müsse sich auch das Militär anpassen, um für die verschiedenen Einsatzbereiche gewappnet zu sein.

Im Anschluss an die Reden wurden wie gewohnt verdienstvolle Militärangehörige ausgezeichnet. Und dabei gab es eine ergreifende Szene, als der Mann von Tanja Schaul zusammen mit seinem Sohn die Verdienstmedaille seiner Gattin erhält. Die Polizistin im Grad eines „Commissaire adjoint“ wurde bei dem Einsatz-Unfall in Lausdorn im April 2018 schwer verletzt.

 

6 Kommentare

  1. Den ganzen Dag rofgemaach ginn (de Wëlle muss jo gebrach sin, anescht geet et net), sech am jonken Alter de Kierper dauerhaft futti maachen, mat Risiko zu PTSD, wie well sech dat dann undoen? D’Kamerodschaft an Ausdauer an Éiren, mee nee merci.

  2. Drohnen und Roboter(Killermaschinen) werden das Töten in Zukunft übernehmen.Das haben wir drauf als Homo Rapiens. Egoismus und Sippentreue schleppen wir seit Äonen in unseren Genen mit. War zu Homo Erectus’s Zeiten ja auch überlebenswichtig.Die heutigen “Keulen” sind so gefährlich geworden,dass wir einen anderen Weg finden müssen untereinander auszukommen.Dass ein junger Mensch andere Vorstellungen vom Leben hat,als sich in erster Reihe abknallen zu lassen kann man sich gut vorstellen. Der alte Renner:” Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.” hat noch immer Potenzial. Solange wir Uniformen,Fahnen und Marschmusik brauchen stimmt etwas nicht. Aber die Uniform und die Fahne begleiten uns,gewollt natürlich,sobald wir gerade stehen können. Vom Messdiener über den Pfadfinder oder den Sportverein bis hin zum durchlöcherten Battledress werden wir bei der Stange gehalten.

  3. Wéi d’Foto beweist huet d’Arméi wéinstens en léiwen, verständnisvollen a sympatheschen Minister dee fir se all wéi e Papp ass. Bravo!

  4. Ein eher schwacher Verteidigungsminister, der beim Runterlesen seiner Rede vom Blatt, nicht überzeugen konnte. Und vor allem nicht begeistern, was die Rekrutierung von Nachwuchs betrifft. Wie will man auch andere begeistern, wenn man selbst nicht von einer Sache überzeugt ist ?

  5. Schon vor 2 Jahren stand im “Land”: “Die mittelfristige Wirkung könnte durch die Einführung eines regelrechten „Lycée militaire“ mit formalem Abschluss noch deutlich erhöht werden. Man muss die jungen Menschen dort abholen, wo sie stehen: in der Schule beziehungsweise der Ausbildung. Die Armee darf nicht als letzter Ausweg für drop-outs verstanden werden, sondern als eine klare, langfristig geplante Perspektive nicht nur in der Armee, sondern in allen Behörden. Die künftig fürs Militär vermehrt zur Verfügung stehenden Gelder sollen ja möglichst einen Mehrwert für Luxemburg darstellen. Eine Investition in ein vollwertiges „Lycée militaire“ wäre zweifellos ein solcher Mehrwert.”
    Nunmehr hat sich die Armee-Gewerkschaft anlässlich ihrer letzten Generalversammlung diese Forderung zu eigen gemacht. Es dürfte unter einer Reihe von banalen Optionen wohl diejenige sein mit dem größten Potenzial und der größten Tiefenwirkung weil sie die Stellung der Armee und anderer uniformierter Teile des Staates grundlegend verändert.

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