Im Duell zwischen Walferdingen und den Kordall Steelers geht es morgen um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der Trainer des Kordall, Philippe Giberti, hat bereits viele Titel mit einheimischen Teams gewonnen. Diese Saison hat er die Herausforderung angenommen, mit dem Aufsteiger den Klassenerhalt zu schaffen.

Von Gabi Besenius

Eigentlich wollte Philippe Giberti nach der Saison 2017/18, wo er als Jugendtrainer bei der Sparta tätig war, in Basketball-Rente gehen. Doch die Hartnäckigkeit der Vereinsverantwortlichen der Kordall Steelers hatte zur Konsequenz, dass er diese Saison wieder auf der Trainerbank sitzt. „Aus beruflichen Gründen fehlte mir die Zeit, um als Jugendtrainer bei der Sparta weiterzumachen. Deshalb hörte ich auf. Die Verantwortlichen der Kordall Steelers haben mich im Sommer kontaktiert. Sie ließen nicht locker, sodass ich die Herausforderung schließlich annahm, um hier in der Region etwas aufzubauen. Es ist ein sympathischer Verein und ich wohne nur zehn Minuten entfernt“, erklärte der Belgier.

„Nicht schwieriger als erwartet“

Mit einer Bilanz von 13 Niederlagen bei zwei Siegen liegt der Aufsteiger auf dem letzten Tabellenplatz. Laut Philippe Giberti gestaltete sich der Saisonauftakt für die Kordall Steelers, die diese Saison erstmals in der jungen Vereinsgeschichte den Aufstieg in die höchste Klasse schafften, nicht schwieriger als erwartet. „Ich würde eher sagen, dass der Saisonverlauf etwas enttäuschend verlief. Spiele wie gegen die Arantia oder die Résidence haben wir nur sehr knapp verloren. Mit ein oder zwei Siegen mehr würde die Tabelle anders aussehen“, so der Coach.

Das Saisonziel, der Klassenerhalt, ist noch nicht außer Reichweite. Die Defizite seines Teams sieht Giberti vor allem im defensiven Bereich: „Unsere Verteidigung ist eine Katastrophe. Zudem leisten wir uns pro Spiel im Durchschnitt 20 Ballverluste, die vor allem dumm und einfach sind. Den Spielern fehlt einfach die Erfahrung, in der Total League zu spielen.“

In Luxemburg ist Philippe Giberti kein Unbekannter. Vor 26 Jahren begann seine Karriere bei der Résidence Walferdingen: „Am Ende der Saison 1991/92 rettete sich Walferdingen im letzten Meisterschaftsspiel gegen Contern vor dem Abstieg. Der Verein war auf der Suche nach einem Coach und fragte beim belgischen Basketballverband nach Namen, wobei man auf mich gefallen ist.“

Es war der Startschuss für eine erfolgreiche Zeit in Luxemburg: Bei seinem ersten Verein konnte Giberti in sechs Jahren vier Meistertitel feiern. Danach zog es ihn nach Ettelbrück. Die Etzella schaffte in der Saison 1997/98 knapp den Klassenerhalt, ehe das Duo Philippe Giberti/Derek Wilson auf Anhieb in der Saison 1998/99 Meisterschaft und Pokal feiern konnte: „Rückblickend waren alle Meistertitel fabelhaft. Doch einer der besonderen ist sicherlich das Doublé mit der Etzella 1999, da das Team nach dem Fast-Abstieg gleich Meister wurde und das mit einer sehr jungen Truppe. Auch den vierten Titel mit Walferdingen gilt es hervorzuheben, da es ein sehr schwieriger war. Derek Wilson war zeitweise verletzt und musste zwischenzeitlich zurück in die USA. Den Titel konnten wir in der Zolver Halle gewinnen“, erinnerte sich Giberti, der in der Saison 2007/08 die Sparta übernahm und dort gleich zu Beginn einen weiteren Meistertitel feiern konnte. Danach widmete er sich der Jugendarbeit.

Einen großen Teil der jungen Spieler, die aktuell in der ersten Mannschaft von Bartringen aktiv sind, hat er über sechs Jahre in den Jugendkategorien betreut, weshalb eine besondere Verbindung zu diesen Spielern besteht: „Ce sont mes gamins.“ Wichtiger als die Titel, die man gewinnt, ist die Ausbildung der jungen Spieler. „Zwischenzeitlich war ich sechs Jahre in Frankreich als Trainer tätig. Als ich zurückkam, sah ich, dass viele Spieler wie Nelson Delgado, Martin Rajniak oder Olivier Haan noch aktiv waren. Und dann sagt man sich, dass die ganze Arbeit nicht umsonst war.“

Seit 26 Jahren kennt Philippe Giberti den luxemburgischen Basketball. Auf die Frage, inwiefern sich der luxemburgische Basketball verändert hat, antwortete er: „’Le basket luxembourgeois est devenu moins beau, mais plus physique.’ Zudem bin ich persönlich der Meinung, dass zwei Amerikaner pro Team der falsche Weg ist. Früher hatte man einen richtig guten Ami im Team, der seine luxemburgischen Mitspieler perfekt in Szene setzte. Spieler wie Derek Wilson oder Alexis Kreps machten ihre Mitspieler besser. Solche richtig guten Spieler findet man heute nicht mehr hierzulande.“

 

 

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