Die Zahl der Elektroauto-Neuzulassungen steigt, wenn auch nur zögerlich. Mit rein elektrischem Antrieb ist der Leaf aus dem Hause Nissan bereits seit seiner Vorstellung im Jahr 2009 unterwegs und hat sich seit seiner Markteinführung 2010 zum europäischen Bestseller unter den E-Autos entwickelt.

Auf den ersten Blick sieht der neue Nissan Leaf wie ein herkömmliches Familienauto aus, nur die blauen Zierleisten an Karosserie und Innenraum lassen vermuten, dass es sich hierbei um einen Stromer handelt, was die Aufschrift „Zero Emission“ bestätigt.

Ein simples Drücken auf den Startknopf genügt und schon steht der Leaf unter Strom und ist bereit für die Öko-Fahrt. Die digitale Anzeige am übersichtlich gestalteten Armaturenbrett weist den Fahrer auf die Reichweite und den Füllstand der Batterien hin. Vollgeladen soll der Leaf mit der 40 kWh-Batterie laut Nissan bis zu 270 Kilometer fahren können. Damit ist dann auch schnell klar, dass der Emissionsfreiheit Grenzen gesetzt sind und der Leaf sich eher nicht für Langstrecken eignet, für den alltäglichen Gebrauch aber durchaus eine Alternative zum Verbrennungsmotor sein könnte.

Einen Hauch vom automatisierten Fahren

Nach der 407 Kilometer langen Testfahrt quer durch das Großherzogtum wies der Stromer einen Verbrauch von 15,2 kWh pro 100 km an. Den Leaf zu fahren macht jede Menge Spaß, nicht zuletzt auch wegen der „Intelligent Mobility“-Funktionen, der Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen und einen Hauch vom automatisierten Fahren vermitteln. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Fahren mit E-Pedal, wobei Beschleunigen und Abbremsen mit einem Pedal erfolgt, eine Fahrweise, die zwar etwas Zehenspitzengefühl verlangt, aber rasch zum Standard werden könnte.

Dank dem ProPilot trägt der Leaf auch wesentlich zur Entspanntheit des Fahrers bei, denn bei eingeschaltetem ProPilot werden besonders Fahrten bei stockendem Verkehr stressfreier. In diesem Modus hält der Leaf nicht nur die Spur, sondern auch den Abstand zum vorausfahrendem Fahrzeug, bremst und beschleunigt selbstständig und passt sich somit dem Verkehrsfluss an. Per Knopfdruck sucht das Elektroauto sogar die passende Lücke, um dann fast selbstständig einzuparken.

Zehenspitzengefühl

Ob nun E-Pedal oder ProPilot, gewöhnungsbedürftig bleibt das Fahren mit dem E-Auto allemal wohlwissend, dass der Stromer fast lautlos daherkommt und so trotz entsendetem Warnton von Fußgängern und Radfahren nicht immer wahrgenommen wird.

Auch selbst ernannte GT-Fahrer schenken dem Leaf keine oder nur geringe Aufmerksamkeit, zumindest nicht bis sie im Rückspiegel ihres Boliden merken, dass der Stromer sich bei Steigungen wie dem „Kayler Poteau“ nicht so leicht abhängen lässt. In der Tat beschleunigt das E-Auto von 0 auf 100 unter 8 Sekunden und kann eine Spitzengeschwindigkeit von 144 km/h erreichen. Doch ein echter Raser ist der Japaner bei Weitem nicht. Er reiht sich in die Kategorie der familienfreundlichen, mit jedem Komfort ausgestatteten Fahrzeugen ein.

Schwachpunkte sind leider die geringe Reichweite und die zumindest an der gewöhnlichen Haushaltssteckdose recht lange Ladezeit. Beim Batteriestand von 38 Prozent schlossen wir das Testauto an die Steckdose an. Die Reichweite zu diesem Zeitpunkt lag bei 98 km. Nach rund 7 Stunden und 30 Minuten waren 82 Prozent der Ladekapazität erreicht und der Bordcomputer berechnete die Einsatzbereitschaft auf 211 km. An Schnellladestationen soll laut Herstellerangaben die vollständige Ladezeit rund 40 Minuten betragen.

Beruhigt sein kann, wer dann einen Nissan Qashqai, den wir in einer nächsten Tageblatt-Magazin-Ausgabe vorstellen werden, in der Garageneinfahrt stehen hat.

Technische Daten:

Modell: Nissan Leaf 40 kWh
Max. Leistung, kW (PS) bei U/min: 110 (150) / 3.283 – 9.795
Beschleunigung von 0-100 km/h: 7,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h
Reichweite: 270 km (kombiniert)
Stromverbrauch: 19,4 kWh/100 km (kombiniert)
Getriebe: Stufenloses Automatikgetriebe
Batterie: Laminierte Lithium-Ionen-Batterie
Abmessungen: Höhe 1,53 m; Länge 4,49 m; Breite inkl. Außenspiegel 2,07 m
Leergewicht: 1.545 kg / Zulässiges Gesamtgewicht: 1.995 kg
Kofferrauminhalt: 400/435 Liter / 1.176 Liter (bis zum Dach bei umgeklappten Sitzen)
Preis: ab 35.719 Euro

3 Kommentare

  1. Och wann en nach net ganz perfekt as, trotzdem, d’Japaner an och d’Koreaner weisen eis den Wee. D’Europäer kennen nemmen kritiséieren fir et dann mat johrelanger Verspéidung ze kopéieren.

  2. “Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Fahren mit E-Pedal, wobei Beschleunigen und Abbremsen mit einem Pedal erfolgt, eine Fahrweise, die zwar etwas Zehenspitzengefühl verlangt, aber rasch zum Standard werden könnte.”

    Gut so, die Bremsen tragen zu 90% zu der Feinstaubbelastung bei, je eher das kommt, desto besser.

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