Die gesamte großherzogliche Familie, eine große Anzahl von Regierungsmitgliedern, Abgeordneten und Vertretern der staatlichen Instanzen sowie der Magistratur nahmen neben rund 650 weiteren Gästen an der interkonfessionellen Zeremonie teil, die ja eigentlich – aufgrund der Trennung von Kirche und Staat – seit vergangenem Jahr nicht mehr zum offiziellen Programm des Nationalfeiertages gehört.

Dieser Dienst wurde vom Bischof der katholischen Kirche, Jean-Claude Hollerich, vom Großrabbiner in Luxemburg, Alain Nacache, vom Imam der muslimischen Gesellschaft in Luxemburg, Muhamed Rizvic, sowie vom protestantischen Pastor Volker Strauß gefeiert.

Die Feier wurde durch die „Entrada festiva“ eingeleitet. Für die musikalische Umrahmung zeichnete der Chor der „Maîtrise de la Cathédrale Notre-Dame de Luxembourg“ und das „Madrigal de Luxembourg“ unter der Leitung von Marc Dostert verantwortlich. An der Orgel hatte Paul Breisch Platz genommen. Mitglieder der Militärmusik spielten die „Sonnerie nationale“.

“Zusammen leben”

Wie die restlichen Feierlichkeiten am Vortag und am Nationalfeiertag selbst stand auch diese Feier ganz unter dem Motto „Zusammen leben“ (Link). Bischof Hollerich machte gleich zu Beginn in diesem Sinne einen Aufruf. Die verschiedenen Hautfarben, Nationalitäten, Religionen, politischen Tendenzen usw. dürften hier keine Rolle spielen. „Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“ Es folgten kurze Gebete des Großrabbiners, des Imams und des protestantischen Pastors mit jeweils den besten Wünschen an die Adresse der großherzoglichen Familie.

Halten wir noch fest, dass in der Nähe der Kathedrale, Margy Chani-Pesch (mit Familienmitgliedern und Freunden) auf ihren in Algerien wegen mutmaßlicher Korruption inhaftierten und seit 43 Tagen im Hungerstreik befindlichen Mann aufmerksam machte.

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Roger Infalt