Tief gespalten

17. Juni 2012 19:00; Akt: 17.06.2012 23:11 Print

Kopf-an-Kopf- Rennen in GriechenlandKopf-an-Kopf- Rennen in Griechenland

Bei der Parlamentswahl in Griechenland zeichnet sich eine knappe Mehrheit für die konservative Partei Nea Dimokratia mit 29,5 Prozent der Stimmen ab. Das Bündnis der radikalen Linken kommt auf 27,1 Prozent.

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Der eigentliche Wahlsieger steht indes schon fest: Das Bündnis der radikalen Linken konnte im Vergleich zur Wahl im Mai (16,78 Prozent) seinen Stimmanteil laut Prognose nahezu verdoppeln. (Bild: dpa)

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Die Mehrheitsverhältnisse im künftigen griechischen Parlament sind auch deshalb unklar, weil der Wahlsieger einen Bonus von 50 der insgesamt 300 Sitze erhält.

Der eigentliche Wahlsieger steht indes schon fest: Das Bündnis der radikalen Linken konnte im Vergleich zur Wahl im Mai (16,78 Prozent) seinen Stimmanteil laut Prognose nahezu verdoppeln.

Nach den Prognosen kann die faschistische Partei Goldene Morgenröte mit bis zu 7,5 Prozent der Stimmen rechnen - ebenso wie die populistische rechtskonservative Partei Unabhängige Griechen. Die Kommunisten kommen auf bis zu 6 Prozent. Nach dem Wunder von Warschau, wo die griechische Fußball-Nationalmannschaft mit einem Sieg über Russland überraschend ins EM-Viertelfinale eingezogen war, hatten Gegner wie Befürworter des Sparpakts auf einen Sieg gehofft.

"Euro-Retter"

Die "Euro-Retter" streckten dem hoch verschuldeten Land kurz vor der Wahl noch einmal die Hand entgegen: Über die Laufzeit der Athener Sparprogramme könne noch einmal diskutiert werden - über die Inhalte aber nicht, zitiert das Magazin "Focus" aus der Umgebung des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker.

Die Euro-Finanzminister erwarten von einer neuen Regierung in Griechenland die Fortführung des vereinbarten Spar- und Reformprogramms. Dies sei "Griechenlands beste Garantie, die gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu überwinden", teilte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in einer Erklärung mit. Demnach soll die "Troika" der internationalen Geldgeber zur Überprüfung der Bücher nach Athen zurückkehren, sobald eine neue Regierung gebildet ist.

(dpa/Tageblatt.lu)