Besitzansprüche

03. Februar 2012 11:44; Akt: 03.02.2012 11:56 Print

Versenktes Schiff mit Schatz an BordVersenktes Schiff mit Schatz an Bord

Ein amerikanisches Bergungsunternehmen hat ein versenktes Handelsschiff aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Es soll Platin im Wert von drei Milliarden geladen haben.

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Die S.S. Port Nicholson wurde im Juni 1942 vor der Küste von Massachusetts in den USA vom deutschen U-Boot U-87 versenkt. Das britische Handelsschiff soll 71 Tonnen Platin, Gold und Diamanten sowie Kupfer und Zink im heutigen Wert von bis zu 3 Milliarden Dollar transportiert haben – eine russische Zahlung an die USA für Kriegsgüter.

Juristische Hürden

Der amerikanische Schatzjäger Greg Brooks hat das Schiff 2008 entdeckt, den Fund bisher aber geheim gehalten, um sich in der Zwischenzeit um die exklusiven Bergungsrechte zu bemühen. Diese hat er inzwischen erhalten; nun kann den Chef von Sub Sea Research nichts mehr von der Bergung des gigantischen Schatzes abhalten. Auch nicht die kritischen Stimmen.

Denn diese gibt es. Unterwasserarchäologe Robert F. Marx sagt gegenüber der "Huffington Post", dass bereits zwei Bergungsunternehmen einen Teil des Platins geborgen hätten – es seien wohl nicht mehr die gesamten 71 Tonnen an Bord: "Jede Bergung muss immer die größte Bergung aller Zeiten sein." Laut britischen Interessenvertretern sei es jedoch unklar, ob das Schiff überhaupt Platin geladen hatte.

Kampf um den Milliardenschatz

Aktuelle Videoaufnahmen zeigen allerdings Behälter, die tatsächlich Platin-Barren enthalten könnten. Um wie viel es sich dabei handelt, bleibt unklar. Ebenso ungewiss ist, ob Brooks den Fund behalten darf.

Bergungen dieser Art ziehen nämlich in der Regel einen Rechtsstreit darüber nach sich, wer der rechtmäßige Besitzer ist. So wurde Spanien vor wenigen Tagen Gold im Wert von 350 Millionen Euro zugesprochen, das eine amerikanische Bergungsgesellschaft vor Portugal gehoben hatte.

Brooks erwartet in diesem Fall keine Ansprüche der USA oder von Russland. Da die Waren nie in den USA ankamen, holte Russland die Bezahlung später nach. Einzig England könnte den Besitz für sich geltend machen.

(20 Minuten/Tageblatt.lu)

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