Das operative Geschäft am Flughafen Hahn rückt langsam wieder in den Vordergrund. Künftig will der defizitäre Hunsrück-Airport eng mit dem chinesischen Flughafen Zhengzhou zusammenarbeiten und so mehr Flüge an Land ziehen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am Freitag offiziell unterzeichnet, wie die Flughafengesellschaft mitteilte.

Hektik

Die Kooperation des Flughafens von Zhenghou mit Frankfurt Hahn und mit dem Flughafen Leipzig beunruhigt auch die Gewerkschaften Luxemburgs. Sie sorgen sich um die Zukunft des Carco Centers auf Findel. Am Montag trifft sich Nachhaltigkeitsminister François Bausch mit dem LCGB und dem OGBL.

Die Zusammenarbeit mit dem Flughafen in Zhengzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan, läuft unter dem Namen “World Cargo Airports Alliance”. Unterstützt wird sie von dem Unternehmen BST Logistics, das Frachtflüge organisiert. Im Zuge der Kooperation soll die Zahl der Flüge zwischen dem Hunsrück und Zhengzhou von derzeit drei pro Woche in den kommenden zwölf Monaten verdoppelt werden.

Luxemburg nicht informiert

Zhengzhou ist der Heimatflughafen des chinesischen Projektentwicklers HNCA, der vor kurzem in das Kapital der Cargolux eingestiegen war. Cargolux fliegt bereits von Luxemburg aus Zhengzhou an. Nachdem bekannt wurde, dass Zhengzhou am Freitag ein Kooperationsabkommen mit dem Flughafen Frankfurt Hahn unterzeichnen würde, staunte man nicht schlecht in Luxemburg. Die Verantwortlichen am Findel und die Luxemburger Behörden waren über den Deal keineswegs informiert.

Pikantes Detail am Rande: Unterschrieben wurde die Konvention von chinesischer Seite von Huiyuan An, Verwaltungsmitglied bei Cargolux.

Zhengzhou liegt den Angaben zufolge unter den chinesischen Flughäfen auf Platz zwölf, von dort aus bedienen 14 Frachtairlines 23 Strecken. Der neuen Flughafen-Allianz sollen in Kürze noch Flughäfen in Russland und den USA beitreten.

dpa / Tageblatt.lu