Auch die Regierung war zu dem traditionell ersten politischen Termin der Saison mit vier Mitgliedern erschienen (neben Ressortminister Schank waren die Minister Schmit und Di Bartolomeo gekommen) und lauschten einer gewohnt engagierten Ansprache der Präsidentin des „Mouvement écologique“, Blanche Weber. Auch OGBL und FNCTTFEL waren u.a. durch ihre jeweiligen Präsidenten Jean-Claude Reding und Guy Greivelding repräsentiert.

Blanche Weber ging auf die Rolle der „Oekofoire“ als Marktplatz für biologische und nachhaltige Produkte ein, unterstrich aber auch den Wert der vielen Begegnungen zwischen Politik und Zivilgesellschaft auf der Messe.

Eine moralische Rede

Eher moralische Aspekte der Politik und der Wirtschaft griff die Rednerin anschließend auf und warf die Frage auf, welche Gesellschaft wir künftig anstreben. Das wirtschaftliche Wachstumsdenken habe seine legitime Ursache in dem Glauben der Nachkriegsgeneration, ein besseres Leben ihrer Kinder sei stark an materielles Wachstum gebunden; dieses Credo sei allerdings nicht mehr zu halten.

Viel mehr müssten heute Werte wie soziale Kontakte, sinnvolle Arbeit, intergenerationelles Zusammenleben, also menschliche Werte, in den Vordergrund rücken. Dass eine intakte Natur dabei ein Rolle spielt, scheint selbstverständlich. In dem Kontext verwies sie auf die abnehmende Biodiversität in Luxemburg.

Luxemburger haben Zukunfts-Sorgen

Vor wenigen Tagen legte das Mouvement eine Meinungsumfrage vor, bei der allerdings zwei Fragenkomplexe noch nicht veröffentlicht wurden. So antworteten 86 Prozent der befragten Bürger auf eine entsprechende Vorgabe, es werde nicht genügend darüber diskutiert, wie die Zukunft des Landes in 20 oder 30 Jahren aussehen solle.

89 Prozent gar gaben an, sie würden sich Sorgen darüber machen, wie die Zukunft der Kinder aussehe. Aus diesen Antworten schlussfolgerte Weber, wir müssten andere Werte in den Vordergrund stellen als rein materielle.

Die Rednerin plädierte für ein neues Gesellschaftsmodell, bei dem die Grundfragen der nachhaltigen Entwicklung auf den Tisch kommen sollen.

Die von Staatsminister Jean-Claude Juncker angekündigten bilateralen Unterredungen mit der Zivilgesellschaft über die Zukunft des Landes, an denen Méco teilnehmen wird, seien zwar zu begrüßen, allerdings würde dies nicht ausreichen, so die Präsidentin, die sich eine breitere Zukunftsdebatte mit großen Teilen der Bevölkerung wünscht. Marco Schank, delegierter Minister für nachhaltige Entwicklung, ging auf die wachsende Bedeutung der Messe ein und kündigte an, das neue Naturschutzgesetz sei demnächst spruchreif.

Robert Schneider/Tageblatt.lu