Hacker-Angriffe

07. Mai 2013 09:07; Akt: 07.05.2013 09:46 Print

USA: Cyber-Spione kommen aus ChinaUSA: Cyber-Spione kommen aus China

In seinem am Montag publizierten Jahresbericht über Hacker-Angriffe hat das US-Verteidigungsministerium China Cyber-Spionage gegen die US-Regierung vorgeworfen.

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Zum ersten Mal wirft die US-Regierung China Cyber-Spionage vor. (Bild: AFP/Archiv)

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China versuche, durch Hacker-Angriffe Informationen über die US-Außenpolitik und militärische Planungen der Vereinigten Staaten zu sammeln, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des Verteidigungsministeriums in Washington.

Im vergangenen Jahr habe Peking eine andauernde Hacker-Kampagne geführt, um sich Einblick in außenpolitische Erwägungen und militärische Kapazitäten der USA zu verschaffen. China nutze seine Computernetzwerke, um
Geheimdienstinformationen über den diplomatischen, wirtschaftlichen und Rüstungssektor der USA zu sammeln, befanden die Pentagon-Experten.
Im vergangenen Jahr seien "zahlreiche Computersysteme auf der ganzen Welt, darunter solche der US-Regierung" Ziel
von Hacker-Angriffen gewesen, "von denen einige offenbar der chinesischen Regierung und dem Militär zuzuordnen sind", hieß es in dem Bericht.

Deutliche Worte

Es ist das erste Mal, dass die USA China derart deutlich Cyber-Spionage gegen die Regierung in Washington vorwerfen. Zwar hatte Washington Peking schon zuvor aufgerufen, gegen
Online-Datenklau vorzugehen. Regierungsvertreter hatten sich in ihren öffentlichen Äußerungen jedoch auf Hacker-Angriffe auf die Wirtschaft beschränkt.

Bei der Cyber-Spionage gehe es darum, für den chinesischen Waffen- und Technologiesektor Informationen über US-Rüstungsgüter zu beschaffen sowie einen Einblick in die Ansichten der US-Führung zu China-bezogenen Themen und über das chinesische Militär zu gewinnen, hieß es in dem Pentagon-Bericht. Mit Hilfe der Hacker-Angriffe könnten Chinas Militärstrategen sich ein Bild von den militärischen Kapazitäten der USA machen, die "während einer Krise genutzt werden könnten".

Vorstufe zu Industriespionage

Die Cyber-Spionage sei zudem Teil einer groß angelegten Aktion zur Industriespionage, um an US- und westliche Rüstungstechnologie zu gelangen. Damit wolle Peking weniger
abhängig von ausländischen Waffenproduzenten werden. Dem Bericht zufolge lagen Chinas Militärausgaben im
vergangenen Jahr bei umgerechnet zwischen 102 und 163 Milliarden Euro und damit deutlich höher als die von Peking offiziell gemeldeten Zahlen. Im März hatte Peking seine Militärausgaben auf umgerechnet 90 Milliarden Euro beziffert, 10,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Einem im Februar veröffentlichten Bericht der Internet-Sicherheitsfirma Mandiant zufolge nimmt eine Sondereinheit des chinesischen Militärs mit einer Heerschar von Hackern Unternehmen, Medien und Regierungsbehörden in den USA ins Visier. Mit dem Wissen und der "direkten Unterstützung" Pekings sei eine "ausgedehnte Cyberkampagne" gegen Ziele in den Vereinigten Staaten im Gange. Ein Bericht des US-Kongresses vom vergangenen Jahr bezeichnete China als den "bedrohlichsten Akteur im Cyberspace.

(AFP/Tageblatt.lu)