Datenklau

19. Januar 2012 16:59; Akt: 19.01.2012 20:19 Print

Schludriger Umgang mit PasswörternSchludriger Umgang mit Passwörtern

Peinliche Panne: Rund 49.000 Gesundheitsakten der "Médico-sportif" wurden gestohlen. Jemand hatte sein Passwort liegen lassen. Das Sportsministerium hat das Centre informatique de l' Etat angewiesen Anzeige zu erstatten.

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Der Datendieb hatte leichtes Spiel. Ein Angestellter der "Médico-sportif" hatte sein Passwort liegen lassen. (Bild: dpa)

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Knapp 49.000 Datensätze der "Médico-sportif"-Datenbank sind durch Nachlässigkeit gestohlen worden. Es handelte sich dabei um persönliche Informationen, die eigentlich nicht an die Öffentlichkeit hätten gelangen dürfen. Dies bestätigte am Donnerstagnachmittag Justizminister François Biltgen in einer eilig herbeigerufenen Pressekonferenz. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Ermittlungen laufen, heißt es, ohne Details zu nennen.

Es handle sich hierbei nicht um einen Hacker-Angriff, sondern um einen menschlichen Fehler, versuchte der Minister zu beschwichtigen. Ein Angestellter habe im Büro ein Passwort vergessen. Damit verschaffte sich wenig später eine unbekannte Person Zugriff auf die ärztlichen Gutachten der vergangenen sieben Jahre.

Kein besonderer Schutz

Das staatliche Informatik-System sei offen. Beamte könnten von Zuhause auf das interne System zugreifen. Allerdings braucht man dafür ein USB-Stift, Passwort und eine Kenn-Nummer. Dies wird von der Piratenpartei heftig kritisiert. Der Personenkreis, der Einblick zu den Daten erhält, muss strengsten Kriterien unterliegen, heißt es.

Bristant ist, dass die sensiblen Datensätze keinem besonderen Schutz unterlagen. "Die gestohlenen Daten waren nicht durch Luxtrust geschützt," so Biltgen. In diesem Zusammenhang sei jetzt die Sicherheit erhöht worden. Zudem seien die Mitarbeiter aufgefordert worden ihre Passwörter auszutauschen

Weitere Untersuchungen laufen

Ob weitere Datensätze aus anderen staatlichen Instanzen abgezogen wurden ist unklar. Hier laufen derzeit die Untersuchungen. Wann der Datendieb zugeschlagen hat ist ebenfalls unklar. Alle Staatsbeamten sollen in Zukunft in Kursen auf die Gefahren durch Datendiebstahl "sensibilisiert" werden.

Heftige Kritik gab es Stunden zuvor von der Piratenpartei. Die Piraten sprechen von einem fahrlässigen Umgang mit den sensiblen Daten. Sie kritisieren die unprofessionellen und unseriösen Sicherheitsstandards beim Speichern solcher Daten.

Die Philosophie der Regierung in Sachen Datenschutz müsse sich nach Ansicht der Piraten grundlegend ändern. Sie verweisen dabei auf zukünftige Großprojekte wie Schülerdatenbank, e-Perso oder e-Santé.

(rh/Tageblatt.lu)

Kommentare (9 Kommentare)
  • Den Haaptproblem
    ass ganz kloer dass kéen mei haut all dei Mass un User-Id's an d'passend Passwierder verhaalen kann. Dozou zielt net nemmen d'Aarbecht wou ech muss all 3 Meint eppes neies agin (an daat schon sait 20 Joer) mée och dei dei éen privat "verwalten" muss. Irgendwann gin engem d'Idéen aus an tippt éen alt irjendeppes an, an dann muss éen sech et natiirlech opschreiwen fir et net ze vegiessen. Ab wann Kontroll iwert den Fangerofdrock oder nach besser d'Iris vum User?
    von: Ramba Zamba am: 20.01.2012 11:55
  • Vill Gedäisch
    Aus eegener Erfahrung wees ech, dat de Post-It mat dem Usernumm an dem Kennwuert um Computer gepecht lang keen Eenzelfall ass, bäim Stat an an der Privatekonomie. Et muss een sech awer froen, firat dat zu gewësse Momenter stattlech Büroen zu verschiddene Momenter postinn, sou dat jiddereen ouni Kontroll Zougang huet,do misst een sech och emol serieux Froen stellen.
    von: Frank am: 20.01.2012 08:47
  • Just eng Berouegungsspretzt! ;-)
    Blabla mat Luxtrust. Ech sin net géint Luxtrust, awer wou ass den Ennerscheed wann een Friemen d'ID, d'Passwuert an den USB-Stick huet oder d'ID, d'Passwuert an den Luxtrust-Stick/Token??? Et ass genee daat selwecht. Weess den Minister iwwerhaapt ewéi Luxtrust funktionnéiert?! Lächerlech.
    von: Nadine am: 19.01.2012 22:01
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