Syrien-Konferenz

06. Juli 2012 06:27; Akt: 06.07.2012 08:32 Print

Schnelle Lösung nicht in SichtSchnelle Lösung nicht in Sicht

Das Konflikt in Syrien dauert über ein Jahr an. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Luxemburg ist durch Außenminister Jean Asselborn an der internationalen Konferenz über ein Ende des Blutvergießens vertreten.

storybild

Seit über einem Jahr dauert der blutige Konflikt zwischen Regierung und der sogenannten Opposition an. (Bild: Reuters)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

Vertreter aus rund 100 Staaten wollen am heutigen Freitag in Paris über das weitere Vorgehen in der Syrien-Krise beraten. Ziel des Treffens ist es, den Druck auf Machthaber Baschar al-Assad weiter zu erhöhen. Der Konflikt zwischen syrischen Sicherheitskräften und Regimegegnern hat inzwischen deutlich mehr als 10.000 Tote gefordert, heißt es nach unbestätigten Informationen aus Syrien. Ein schnelles Ende der Gewalt ist nach wie vor nicht in Sicht. Und auch in Paris wird nicht mit einem Durchbruch gerechnet.

Russland boykottiert die Konferenz und will sich nicht von Assad abwenden. Luxemburg wird bei dem Treffen der sogenannten Syrien-Freundesgruppe von Außenminister Jean Asselborn vertreten.

Assads Asyl in Moskau: "Ein Witz"

Bei einem Treffen am Donnerstag mit dem deutschen Bundesaußenminister Guido Westerwelle unterstrich sein russischer Kollege Sergej Lawrow einmal mehr die Haltung der UN-Vetomacht, wonach Russland eine Einmischung von außen sowie Forderungen nach einem Rücktritt von Assad kategorisch ablehnt. Vorschläge aus dem Westen, Assad könne in Russland Asyl erhalten, wies er als "Witz" zurück.

Unterdessen zeigt das Regime von Machthaber Baschar al-Assad weiter Auflösungserscheinungen: Brigadekommandeur Manaf Tlass, ein ehemaliger Vertrauter der Assad-Familie, hat sich nach Medienberichten abgesetzt. Der in der Türkei ansässige Kommandeur der Freien Syrischen Armee, Riad al-Asaad, bestätigte die Fahnenflucht in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al-Dschasira.

Hohe Militärs seilen sich ab

Die syrische Muslimbruderschaft erklärte, Tlass habe in seinem Haus im Damaszener Stadtteil Messe seit Monaten unter Hausarrest gestanden. Er gehörte zu den wenigen Sunniten an der Spitze des Sicherheitsapparats. Die meisten anderen Kommandeure und Milizenführer gehören wie Assad zur Minderheit der Alawiten.

Keine Bestätigung gab es für Gerüchte, wonach Tlass bereits auf den Weg nach Frankreich sein soll. Einige Regimegegner erklärten, sie könnten Tlass nicht in ihren Reihen akzeptieren, da er über Jahre eine der Symbolfiguren des Regimes gewesen sei.

(dpa/Tageblatt.lu)