20. März 2017 17:56;Akt: 20.03.2017 17:56

Let's make Europe

NEUE PLATTFORM

Die Uni Luxemburg lässt sich vom Europapessimismus nicht anstecken. Mit der Plattform makingeuropeagain.eu will sie dem Europäischen Gedanken neuen Auftrieb geben.

 (Bild: dpa)
Die Idee kommt aus Italien und hat mittlerweile Ableger in Dänemark, Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Luxemburg. „Die EU befindet sich in einer politischen Krise. Solidarität und Zusammenhalt bröckeln, besonders die Jugendlichen fühlen sich von der Union vernachlässigt. Deshalb haben wir ein Ereignis ins Leben gerufen, das das Europäische Projekt wieder beleben und die Union wieder zu dem machen soll, was sie unserer Meinung nach sein sollte“, heißt es auf der Webseite (► Link) , die bis zum 25. März zum Mitmachen einlädt. Gesammelt werden Ideen und Vorschläge. Kooperiert wird mit Universitäten, Schulen und Wissensschmieden, in denen die Entscheidungsträger von Morgen ausgebildet werden. „Gemeinsam möchten wir die EU und ihre Institutionen mit den Bürgern der Union wieder vereinen“, sagt die Plattform.

Die gemeinnützige Vereinigung wurde im Dezember 2016 in Rom gegründet. Einen Monat später ging sie mit einem Zehn-Punkte-Manifest online. Bis zum 25. März kann sich jeder einloggen und seine Ideen und Vorschläge einbringen. Jedes Land hat einen ‚Country-Manager‘, der die lokalen Initiativen koordiniert und weiterleitet. Im Mai sollen ihre Vorschläge in Rom einem hochkarätigen Parterre vorgestellt werden.

Kein Zurück

Der erste von 25 geplanten ‚Workshops‘ hat in Luxemburg stattgefunden. 30 Studenten haben in kleinen Arbeitsgruppen ihre Ideen zu Papier gebracht. Daraus geht hervor, dass sie an Europa glauben und den Gedanken auch weiterzubringen wollen. Einen ganzen Tag lang haben die angehenden Juristen, Finanziers und Wirtschaftsfachleute über Regierungsform, Frieden und Sicherheit gesprochen, haben sich über europäische Bürgerschaft, Finanzen, internationale Beziehungen, Erziehung, Kultur, Zusammenarbeit und Entwicklung den Kopf zerbrochen. Ihre Schlüsse waren dabei immer die Gleichen: „Es war höchste Zeit, denen eine Plattform zu geben, die an Europa glauben“. Die Fakten geben ihnen vorerst Recht. Die Plattform, hat im Netz, auf Facebook und Instagram bereits mehr als 5.000 Leser und über 1.000 ‚Follower‘.

Mehr Macht fürs Europaparlament, dessen Mitglieder die Vertreter des Volkes sind. Eine bessere Information der europäischen Bürger. Eine gemeinsame Armee mit einheitlicher Ausrüstung und Kommando. Mehr Gerechtigkeit in der Flüchtlingsfrage. Waren nur einige Forderungen. Europa müsse lernen, mit einer einzigen Stimme zu sprechen, so die Studenten, die sich uneingeschränkt zu mehr europäischem Föderalismus bekannten. Europa brauche nicht alles regulieren, sollte seine Aufgaben jedoch gründlich erledigen.

Interessant war nicht zuletzt die Forderung nach einer einheitlichen Sprache, in der alle Mitgliedsländer kommunizieren könnten. „Mit der Sprache lernen wir auch Werte teilen“, so die Studenten.

Claude Wolf

  • Peter Cat am 20.03.2017 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    "in denen die Entscheidungsträger von Morgen ausgebildet werden"Bevor die Herrschaften "Entscheidungsträger" sich als solche bezeichnen dürfen,müssen sie sich den Wählern stellen.Es sei denn,Wahlen werden abgeschafft!

  • Vert solitaire am 20.03.2017 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Let's make Europe? No. Let's stop that bullshit! Once and forever. Mir hun di bréisseler eu-Diktatur saat! D'Opléisung vun deem finanz-politischen"eu"-Konstrukt verhënnert jo nëtt dass eenzel Länner an der Edukatioun kënnen zesummenschaffen an Diplomer géigensaiteg unerkennen, respektiiv Projet'en opstarten..

  • J.Schol am 20.03.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Über Jahrzehnte hatte Europa die Zeit sich dem Bürger zu beweisen, ausser einer bürgerfeindlichen Politik im Interesse der Lobbyisten ,die Liberalisierung wie sozialen Abbau beinhaltet, kann Europa nichts aufweisen, die Reisefreiheit inbegriffen, weil viele Bürger sich dies nicht mehr leisten können.Wollen wir den Angriff Draghis auf die Sparkonten der Kleinbürger nicht vergessen.Die Enteignung des Kleinen Mannes.