30. Januar 2015 19:04;Akt: 30.01.2015 19:44

Gedenken an einen Massenmord

SONNENBURG

Vor 70 Jahren tötete die deutsche SS im polnischen Zuchthaus Sonnenburg 819 Häftlinge, darunter 91 Luxemburger. Großherzog Henri und Regierungschef Xavier Bettel reisten nach Polen, um den Opfern zu gedenken.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945 haben die Gestapo und die deutsche SS 819 Häftlinge des Gefangenenlagers von Sonnenburg (Slonsk, Polen) umgebracht. Unter den Opfern befanden sich 91 Luxemburger. Es ist der größte Massenmord an Luxemburgern während des Zweiten Weltkrieges.

Jedes Jahr wird dem Massaker gedacht. Premierminister Xavier Bettel und Großherzog Henri reisten dieses Jahr nach Sonnenburg, um den vor 70 Jahren ermordeten luxemburgischen Zwangsrekrutierten zu gedenken. Sie legten u.a. einen Blumenkranz an der Gedenkstelle des Massakers nieder. Unter den Opfern befanden sich neben den Luxemburgern auch Gefangene aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, der damaligen Tschekoslowakei, Ex-Yugoslawien und der UDSSR.

Die Luxemburger Delegation nahm auch an einem Gedenkgottesdienst und der feierlichen Eröffnung des Märtyrer-Museums in Sonnenburg teil.

Das Gefängnis von Sonnenburg wurde 1832 gebaut. In den Zellen waren u.a. im 19. Jahrhundert polnische Unabhängiskeitskämpfer und im 20. Jahrhundert Teilnehmer des Warschauer Aufstands (1944) eingekerkert. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gefängnis zunächst von den Nazis als KZ genutzt. Danach wurden dort angeblich deutschfeindliche Personen aus dem besetzten Ausland und Widerstandskämpfer eingesperrt. Am 2. Februar 1945 befreite die sowjetische Armee Sonnenburg. Es gab nur noch wenige Gefangene. Nur vier Personen überlebten das Massaker. Weltweit bekannt sind die Film- und Fotoaufnahmen des Leichenberges im Zuchthaus. Der Fall Sonnenburg spielte nach 1945 in verschiedenen Kriegsverbrecherprozessen eine wichtige Rolle.

Tageblatt.lu

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  • P.S. am 31.01.2015 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ech well heimat dem Grand-Duc an dem Premier merçi soen fier't Bedeeligung vun deser Gedenkfeier.Ech sin elo 71 Joer. Leider konnt ech den Numm vun mengem Pap op der Gedenktafel ( Photo Tageblatt ) net entzifferen. Ech well net op déi aaner Kommentaren agoen

  • Jeannosch am 31.01.2015 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich erinnere an die Spanienkämpfer die in unserem Lande als Verbrecher angesehenen wurden, an die viele KZ Insassen, die man nach dem Kriege nicht nach Hause holen wollte, an die kommunistischen Resistenzler, die gebrandmarkt wurden, an jene Schreibtischtäter und Mitläufer, die nach dem Krieg Karriere machten, ohne jemals für ihre Verbrechen belangt wurden, an jene Politiker die nach dem Kriege zu Märchenerzähler wurden und Luxemburg als ein einziges Volk von Widerstandskämpfern darstellten.Wie viele Juden aus Luxemburg haben überlebt?Eine Handvoll. Luxemburg germanischer Mitläufer?

  • Drachenzwerg am 30.01.2015 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ech fannen et schlëmm, wat passéiert war muss ee sech - als Mënsch schummen - wat Mënschen alles fäerdeg brengen dofir däerf dat ni vergiess ginn. Besonneg schlëmm fannen ech et dass op sou Gedenkdeeg déi onschëlleg Leidt déi dat iwwerlieft hunn erëm drun erënnert ginn un des Zäit an hir Narben an der Séil erëm nei opgerappt ginn!