24. Februar 2017 16:56;Akt: 24.02.2017 18:22

"Das Bahnnetz in Luxemburg ist sicher"

SNCF

Die SNCF informierte ihre Lokführer, dass das luxemburgische Bahnnetz die französischen Sicherheitsanforderungen erfüllt.

 (Bild: Faussems)

Nach dem tödlichen Zugunglück vom 14. Februar ging bei den französischen Lokführern die Angst um. Sie wollen bis auf Weiteres nicht über die Grenze nach Luxemburg fahren. In Lothringen hatte sich die Bahngewerkschaft Cfdt eingeschaltet. Bemängelt wurde die CFL-Sicherheitskultur. Berufen wurde sich dabei auf das französische Arbeitsrecht. Dabei können Angestellte vom "droit de retrait si ce danger est grave et imminent" Gebrauch machen. Das heißt, sie verweigern aus Sicherheitsgründen die Arbeit.

Die luxemburgischen Lokführer sahen dies anders. Diese und die CFL waren der Meinung, dass die französischen Befürchtungen nicht gerechtfertigt seien und befuhren die Strecke. In der Folge fand zwischen der CFL- und SNCF-Direktion eine Sitzung statt, in der dieses Thema auf der Agenda stand. Die französische Seite konnte überzeugt werden, dass die Sicherheitsbedenken nicht gerechtfertigt seien.

Sicherheitsbedenken nicht gerechtfertigt

"Die SNCF hat von Seiten der CFL genügend Informationen erhalten, die uns versichern, dass das luxemburgische Bahnnetz unsere Sicherheitsanforderungen erfüllt. Zusätzliche Maßnahmen wurden ergriffen (u.A. eine Sensibilisierung zur Nutzung des Memor II +)", so Vincent Téton, Generaldirektor TER Grand Est in einer internen Mitteilung. Der Satz "Der Zugverkehr kann nun wieder aufgenommen werden", wurde in der Mitteilung an die SNCF-Mitarbeiter besonders hervorgehoben.

Auch die CFL konnte diese Meldung gegenüber dem Tageblatt bestätigen. "Die SNCF hat nun genügend Elemente, um ihre Leute mit einem guten Gewissen fahren zu lassen", so ein Sprecher. "Unser Bahnnetz ist sicher." Ob die französischen Lokführer nun wieder fahren werden, konnte der Sprecher nicht sagen. "Wir wissen noch nicht ob die Gewerkschaften mitspielen und von ihrem 'droit de retrait' Gebrauch machen werden."

Die CFL lässt, bei der Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der Unfallstrecke die notwendige Vorsicht walten. "Der Verkehr wird nicht von 0 auf 100 wiederaufgenommen werden, sondern progressiv", sagte der Sprecher.

Reisende von und nach Frankreich können alle Fahrplaninformationen unter www.cfl.lu finden. Im Vergleich zu dieser Woche sollte demnach ab Montag alles wieder größtenteils normal laufen; auch die TGV sollen ab Montag wieder den Hauptbahnhof Luxemburg anfahren.

Tageblatt.lu

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  • Kuscheli mat Fuscheli am 25.02.2017 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wat ass dann elo déi richteg Ursaach vum Akzident?! Firwat huet den Zuchführer déi "2" Signaler nët respektéiert? Ech duecht, d'Ënnersichunge wären ôfgeschloss?!

  • Patrick am 25.02.2017 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Das kommt, neben der,in Frankr.schon fast genetisch verankerten "Luluphobie",auch von der desaströsen Kommunikationspolitik seitens der luxbg. Autoritäten (Politik,CFL+Polizei).Bis heute weiss kein Mensch was wirklich passiert ist,ausser nebulösen Aussagen über"wahrscheinlich menschliches Versagen".Sollte dieser Kommentar zutreffen,wäre es immerhin das zweite Mal,dass auf dieser nevralgischen Strecke, ein Unfall durch menschliches Versagen passiert wäre.Und die Tatsache, dass den gut ausgebildeten Lokomotivführern urplötzlich ein"Coach"an die Seite gesetzt wurde,finde ich auch bemerkenswert.