26. August 2013 11:38;Akt: 26.08.2013 22:58

E-Zigarette: Nicht nur heiße Luft

GESUNDHEIT

Die Substanzen, die da aufgelistet werden, könnten aus dem Gruselkabinett der Tabakindustrie stammen. Doch sie wurden nun auch bei der E-Zigarette festgestellt.

Die elektronische Zigarette erfreut sich zunehmender Beliebtheit. In Frankreich wird die Zahl der Konsumumente auf über eine Million geschätzt. (Bild: AFP)

Rund 4000 giftige oder krebserregende Substanzen wurden in den klassischen Tabakzigaretten festgestellt. Wer auf sie verzichten wolle, sollte auf die rauchfreie Variante der E-Zigarette ausweichen, so die Botschaft an die Zigarettenliebhaber. Da der elektronische Glimmstengel keinen Tabak enthalte, setze er keine der schädlichen Substanzen frei. Doch auch die E-Zigarette ist nicht ohne, wie nun eine umfangreiche Untersuchung von Frankreichs Konsumentenschutzinstitut „60 Millions de consommateurs“ ergeben hat.

Die Konsumentenschützer untersuchten den Dampf, der bei der Benutzung von neun verschiedenen E-Zigaretten freigesetzt wird. Dabei wurden chemische Verbindungen wie Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein festgestellt. Die drei Substanzen werden als krebserregend eingestuft. Der Gehalt von Formaldehyd, auch Formol genannt, und von Acetaldehyd im Dampf einzelner E-Zigaretten kam dem beim klassischen Zigarettenrauch gleich, während die Acrolein-Werte niedriger blieben.

Schwermetalle

Laut „60 Millions de consommateurs“, enthielt der E-Zigaretten-Dampf ebenfalls gesundheitsschädliche Metalle wie Blei, Cadmium, Aluminium, Chrom, Nickel, Zink und Zinn. Die Ergebnisse der verschiedenen getesteten Marken wurden in der jüngsten Nummer der gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht.

Das Verbraucherschutzinstitut plädiert für eine strengere Reglementierung der E-Zigaretten. Das Problem ist, dass sie nicht als Anti-Sucht-Mittel und damit als Arznei eingestuft werden, und das Vorlegen wissenschaftlicher Untersuchungsergebnisse vor der Vermarktung des Produktes nicht vorgeschrieben ist, heißt es. Bedenklich ist laut "60 Millions de consommateurs" schließlich, dass viele Herstellerangaben nicht mit der tatsächlichen Zusammensetzung des Produktes übereinstimmen.

Tageblatt.lu

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  • Jan Flückiger am 29.08.2013 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Konzentrationen all dieser Stoffe aus dem Gruselkabinett entsprechen in etwa dem, was wir dauernd in einer Innenstadt einatmen und liegen weit unter jenen in einer gegrillten Cervelat. Interessanter Zusammenzug zahlreicher Studien gefunden unter dampfhai.ch/index.php?p=extra_page&n=2

  • Martin Seevogel am 27.08.2013 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Eine brandaktuelle Studie der CASAA aus den Vereinigten Staaten (technischer Bericht hier zu finden: hat nach der Untersuchung von 9000 Proben hingegen ergeben, dass Liquiddampf nur vernachlässigbar geringe oder gar keine Mengen solcher Gefahrenstoffe enthält. Die Gefährlichkeit des E-Dampfens ist nach diesem Bericht mit den Gefahren des Kaffeetrinkens oder Dessert essens vergleichbar ...

  • Alexander Knopf am 27.08.2013 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Warum fängt der Artikel mit Tabakzigaretten an um dann auf die e-Zigarette einzugehen. Hier wird offensichtlich ein vergleich herbeigeführt der nicht ehrlich ist. Wenn man schon eingangs die Zigarette erwähnt, müsste man nicht wenigstens zum Vergleich die Konzentrationen aufzeigen, in denen die Stoffe auch in der Zigarette vorkommen? Was hier versucht wird ist einen Vergleich zu ziehen zwischen der Zigarette, die offensichtlich und deutlich schädlicher ist, und der e-Zigarette die (wie alles was wir essen, trinken, konsumieren) Schadstoffe enthält.