04. Januar 2013 06:45;Akt: 04.01.2013 06:48

Das Westjordanland soll es sein

DER KOMMENTAR

von Dhiraj Sabharwal -

Knapp einen Monat ist es her, da freute sich die Weltgemeinschaft über ein starkes Zeichen. Die UNO-Vollversammlung hatte Palästinas Status aufgewertet und das Land als Beobachterstaat anerkannt. Was folgte, ist bekannt. Israels Hardliner-Regierung um Benjamin Netanjahu ließ sich nicht beeindrucken. Die Errichtung neuer Siedlungen wurde propagiert und damit der Ausbau einer kontinuierlich rechtswidrigen Landraubpolitik fortgeführt.

Nun stehen in weniger als drei Wochen Wahlen in Israel an. Aktuelle Umfragen zeigen, dass sich das politische Gleichgewicht nicht verändern wird. Die „Ultras“ und die Rechten werden weiterhin regieren. Aus den gleichen Umfragen geht jedoch auch hervor, dass Netanjahus Likud-Bündnis Sitze einbüßen und an die nationalreligiöse HaBait HaJehudi („Jüdisches Heim“) verlieren könnte. Diese würde zur drittstärksten Kraft Israels. Die Umfragewerte haben desaströse Konsequenzen: In Israels rechtem Parteienspektrum ist ein gefährlich populistischer Wahlkampf entbrannt. Die Rechten überbieten sich in kolonialistischen Plänen. Die einen wollen „60 Prozent“ des von Israel besetzten Westjordanlands, die anderen die „gesamte West Bank“. Während Palästina sich mit fairen Mitteln über die Weltgemeinschaft seine Souveränität „erbetteln“ muss, sind Israels machtgeile Hardliner mehr denn je gewillt, durch Straffreiheit und mit einem dreckigen Wahlkampf jeglichen Friedensansatz für den Nahen Osten im Keim zu ersticken. Das neue Jahr beginnt mit Altbekanntem.

Dhiraj Sabharwal

  • Bernard Gottlieb am 18.02.2015 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Sabharwal, bin gerade auf Ihren Beitrag gestossen. Zum einen müssten Sie wissen, dass die englischsprachige Version die zutreffende ist, und nicht die französische Uebersetzung, die Ihnen wohl besser in den Kram passt. Und die englische spricht vom Rückzug aus besetzten Gebieten, und nicht aus allen Gebieten. Die Grenzen von 1967 sind Waffenstillstandsgrenzen zwischen den kriegsführenden Parteien, also zwischen Israel, Jordanien und Aegypten (von einem Staat Palästina war damals keine Rede). Der Staat Israel wurde übrigens 1948 anerkannt, und natürlich nicht in den Grenzen von 1967.

  • Miralles Olga am 08.01.2013 02:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die meisten meinungsstarken Persönlichkeiten, die hier schreiben, wie auch viele Nahost"experten" in den Medien, haben erstaunlich wenig Kontextwissen oder verbergen dies raffiniert. Auf den Hinweis, dass diffuse UNO-Resolutionen eine Urache des Problemes sind, erfolgt weiteres Getrolle, Totschlagargumente und der Vorwurf Zionistin zu sein, passe aber als Goja kaum in diese Schublade. Was mich wesentlich mehr stört, ist die verantwortungslose Einseitgkeit von geschichtsresistenten Journalisten, nicht nur zum Thema Palästina. Aber Mangel an Objektivität ist wohl eine persönliche Entscheidung, was auch manche "Stellungnahmen" hier erklärt.

    • Dhiraj Sabharwal am 08.01.2013 11:58 Report Diesen Beitrag melden

      Frau Miralles, Sie schreiben gerade nur mit einem Journalisten: Nämlich mit mir. Was ist an meiner Aussage geschichtsfremd? Die von Ihnen wahrgenommene Einseitigkeit resultiert aus Ihrem falschen Verständnis eines journalistischen Kommentars. Israel und Palästina sind beide anerkannte Staaten - aber in den Grenzen von 1967. Folgt man der französischen Fassung der Resolution 242, handelt es sich also nicht nur um den Rückzug "from territories" sondern um "retrait DES (de TOUS les) territoires". Israels Landraubpolitik ist und bleibt somit objektiv ein Verbrechen.

    • Frank am 09.01.2013 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      M. Sabharwal, et huet keen Zweck mat enger Zionistin ze diskutéieren. Dës abstrus Theorien och nach ze verbreeden an domatten bäizedroen, dat Israelis a Palästinenser net kënnen a Fridde matenee gläich berechtegt liewen, do géint hunn ech eppes. Mënschenverachtend Lebensraumtheorien goufen och scho vun anere Leit verbreet.

    • Miralles Olga am 12.01.2013 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Frank, meine Bewunderung für ihre putzigen Beiträge wächst exponentiell. Spontan und fern jeder Unvoreingenommenheit haben sie mir die Augen darüber geöffnet, wie einfach es für sie ist, mich und meine Denkweise besser einschätzen zu können als ich es selber kann. In diesem Sinne: Semper fidelis et audax.

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  • Francis am 07.01.2013 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mme Miralles, wann dir net bereet sidd, eng neutral Positioun ze vertrieden, dann halt op mat der Stuermer-Propaganda fir den zionesteschten Regime. Dat Leit do nach vun Demokratie kënne schwätzen, ass en Affront géint de gesonden Mënschenverstand.