26. Februar 2016 09:45;Akt: 26.02.2016 10:04

Luxemburger Imker fordern Glyphosat-Verbot

BIENENZüCHTER

Der Verband der Luxemburger Imker fordert ein Verbot von Glyphosat. Sie fürchten unter anderem einen Verlust der Biodiversität.

 (Bild: Fixemer guy)

Der Unkrautvertilger Glyphosat steht seit einiger Zeit in der Kritik. Einerseits wurde der Wirkstoff von der WHO als potentiell krebserregend eingestuft, andererseits fanden sich aktuell in einer Studie Rückstände in deutschen Biersorten. Weiterhin wurde nachgewiesen, dass ein toxischer Effekt auf die Honigbienen möglich ist. Trotzdem will die EU-Kommission nun über eine Verlängerung der Zulassung des Wirkstoffes Glyphosat abstimmen.

Die Luxemburger Bienen sind laut Imkerverband einer Vielzahl von schädigenden Faktoren ausgesetzt: die gefürchtete Varroa-Milbe als Parasit, Pflanzenschutzmittel, und Verlust an Biodiversität. Nun erwägt die EU-Kommission eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvertilgers Glyphosat bis zum Jahr 2031.

"Ein Skandal"

Glyphosat steht seit einiger Zeit in der Kritik. Anfang 2015 bewertete die World Health Organisation (WHO) den Wirkstoff als potentiell krebserregend und rezent wurde bekanntgegeben, dass sich Rückstände von Glyphosat auch in bekannten deutschen Biermarken fanden. Ein Skandal findet Jean-Paul Beck, Präsident des Verbandes der Luxemburger Imker: „Unsere Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten leiden unter dem Verlust der Biodiversität, weil Glyphosat radikal alle Wildkräuter in der Landwirtschaft, in den Privatgärten und in den öffentlichen Grünanlagen unterdrückt. Dadurch wird die Tracht für die Bienen massiv eingeschränkt.”

Dabei betrifft der Einsatz von Glyphosat die Bienen auch direkt. In einer aktuellen Studie wurde festgestellt, dass der Wirkstoff das Erinnerungsvermögen und die Orientierung der Nektarsammlerinnen stören kann.

Etgen soll dagegen stimmen

Dazu Beck: „Nun will die EU-Kommission den Wirkstoff weitere 15 Jahre zulassen. Das konterkariert die Anstrengungen der EU durch Umweltauflagen die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Wir fordern den Herrn Landwirtschaftsminister Etgen auf, gegen die Zulassungsverlängerung von Glyphosat zu stimmen.“ Eine Entscheidung will die EU-Kommission am 7. März fällen.

Der Lëtzebuerger Landesverband fir Beienzuucht (FUAL) wurde 1886 gegründet und vertritt derzeit über 350 Imkerinnen und Imker die in 12 Kantonalvereinen im Land organisiert sind.

tageblatt.lu/r.s.

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  • Jean Colombera am 28.02.2016 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Glyphosat ist auch in den Frauenbinden zu finden. Es gibt einfach Leute, die vor gar nichts zurückschrecken. Medikamentenmafia, Nahrungsmittelmafia, Aufrüstungsmafia , Medienmafia... Was klappt eigentlich noch? Bezahlen um krank zu werden und um krank zu bleiben.

  • fluppes am 26.02.2016 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch ist ja so intelligent, um nicht zu sagen, noch "beschränkter" als einfache Insekten. Wir fliegen nicht zum Licht sondern schnurstracks zum Geld. Dafür sogar ins All, aber ohne die Bienen wächst hier unten nicht mehr viel. Geld und Erzbrocken kann man leider nicht essen!

    • Sandra am 27.02.2016 02:47 Report Diesen Beitrag melden

      ...wenn der letzte Fluss vergiftet, werdet ihr sehen dass man Geld nicht essen kann..

    einklappen einklappen
  • hinterbliebenes Resthirn am 26.02.2016 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst sterben die Insekten und Bienen an den Nervengiften, dann die Menschen durch Glyphosat im Essen, in Getränken, im Wasser aufgelöst, in der Luft versprüht, vom Boden aufgesaugt und in 30 Jahren haben wir das Krebsproblem ausgelöscht, weil wir uns selbst giftversprühend vergiftet haben ... Glyphosat sofort weltweit verbieten!, oder wollen wir alle an unserer lähmenden Desorientiertheit sterben!