Afghanistan

13. Januar 2012 15:02; Akt: 13.01.2012 15:47 Print

Opium-Einnahmen auf RekordhöheOpium-Einnahmen auf Rekordhöhe

Es wird wieder mehr Opium in Afghanistan produziert. Die Erträge sind um 133 Prozent gestiegen. Das spülte den Produzenten schätzungsweise 1,1 Milliarden Euro in die Kassen.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

Die illegale Opiumproduktion in Afghanistan ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Etwa 5.800 Tonnen wurden 2011 hergestellt und damit 2.200 Tonnen mehr als im Jahr zuvor, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervorgeht. Wegen der gestiegenen Opiumpreise hätten afghanische Bauern sieben Prozent mehr Schlafmohn kultiviert. Die UN und die afghanische Regierung versuchen seit Jahren vergebens, den Anbau einzudämmen.

Gleichzeitig stiegen auch die Erträge aus der Opiumproduktion. Mit 1,1 Milliarden Euro sind die Einnahmen im Vergleich zu 2010 um 133 Prozent gestiegen. Das seien etwa neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2010 hatte eine Pflanzenkrankheit den Angaben zufolge einen Großteil der Opiumernte vernichtet, wodurch der Preis gestiegen war. Die Ernte des vergangenen Jahrs habe wieder auf dem Niveau von 2009 gelegen, der Preis sei dennoch hoch geblieben.

Weltweit größter Produzent

"Opium ist damit ein wichtiger Faktor der afghanischen Wirtschaft, liefert erhebliche Summen für Aufstände und verstärkt die Korruption", sagte der Leiter der UNODC, Juri Fedotow. Er forderte die afghanische Regierung und ihre internationalen Verbündeten auf, "diesen beunruhigenden Trend umzukehren."

Afghanistan ist mit einem Marktanteil von 90 Prozent der weltweit größte Produzent von Opium, dem Rohmaterial für die Droge Heroin. Die Taliban nutzen die Erträge zum Kauf von Waffen und Ausrüstung. Die größten Anbauflächen sind im Süden des Landes zu finden. Die dort befragten Bauern sagten den Angaben zufolge, sie bauten vor allem wegen der hohen Preise Opium an. Die Erträge durch Getreide seien viel geringer. Ein Großteil des Opiums wird von Afghanistan über den Iran und Pakistan nach Europa geschmuggelt. Auch Russland ist eine der Hauptrouten.

(dapd/Tageblatt.lu)

  • mother of ISAF Soldier am 14.01.2012 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    I am so disgusted by this article, to think my son fought in Afghanistan lost his leg and arm in Afghanistan to protect these farmers from the Taliban. It is so unfair and we can do nothing to stop the drug traffic from Afghanistan and furthermore misery given to sons and daughters who are supplied with these drugs.