Griechenland

01. Juli 2012 16:27; Akt: 01.07.2012 16:51 Print

Es könnte nachverhandelt werdenEs könnte nachverhandelt werden

Griechenland und Zypern steht Besuch der Buchprüfer ins Haus. Die unter dem Sparprogramm leidenden Griechen können auf Linderung hoffen.

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Touristen besuchen den Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen (Archivbild). Die griechische Regierung könnte das Sparpaket mit der EU in einzelnen Punkten neu verhandeln. (Bild: dpa)

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Nach Zugeständnissen an Spanien und Italien in der Euro-Schuldenkrise kann auch das pleitebedrohte Griechenland auf Erleichterung seines harten Sparprogramms hoffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert der Regierung in Athen, dass über manche Bedingung verhandelt werden könne. Von den grundsätzlichen Zielen dürfe aber nicht abgewichen werden, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Athener Zeitung "Kathimerini" (Sonntag).

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte schon in der vergangenen Woche Bereitschaft gezeigt, die eine oder andere Auflage nachzuverhandeln.

Im August nächste Kredidrate

Für Griechenland beläuft sich die Summe der Hilfspakete von 2010 und 2012 inzwischen auf zusammen 240 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein Schuldenschnitt von 105 Milliarden Euro. Im August braucht das Land die nächste milliardenschwere Kreditrate - sonst ist es pleite. Die Wirtschaft ist in der Rezession, die Sparbemühungen kommen nur langsam voran.

Beim EU-Gipfel in der vergangenen Woche in Brüssel hatte die Regierung in Athen noch einmal zugesichert, den Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern nachzukommen. Aber Ministerpräsident Antonis Samaras hatte auch darauf gepocht, dass Änderungen nötig seien, um Arbeitslosigkeit und Rezession zu bekämpfen.

In der kommenden Woche wollen erstmals seit dem griechischen Regierungswechsel Experten der sogenannten Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB nach Athen reisen, um die wirtschaftlichen Entwicklungen zu begutachten.

An den Zielen des Sparpakets darf nicht gerüttelt werden

Für EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen ist deshalb klar, dass mögliche Entscheidungen erst nach Vorlage der Ergebnisse der Buchprüfung in den nächsten Wochen möglich seien. Wenn die Regierung in Athen sage, "sie möchte die Mischung der Maßnahmen ändern, ist dies etwas, was sicherlich besprochen werden kann", sagte er. Bei den Zielen des Sparpaktes, sehe er "keinen Rahmen für Änderungen".

Eine Troika-Delegation wird an diesem Montag auch auf Zypern erwartet, das am Sonntag für sechs Monate den Vorsitz in der Europäischen Union übernommen hat. Zypern hatte erst am vergangenen Montag Hilfe aus den Euro-Krisenfonds EFSF oder ESM beantragt. Die Troika will klären, in welchem Zustand die zyprischen Finanzen sind und welche Unterstützung die Banken brauchen. Es wird mit mehr als zehn Milliarden Euro gerechnet. Zyperns Banken sind stark in Griechenland engagiert.

  • bugsbunny am 01.07.2012 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Dieses Land und seine Bürger liegen am Boden und werden, so wie es aussieht, sobald nicht wieder aufstehen! Nachverhandelt bedeutet hier Kapitulation vor dem entgültigen Ende, Hauptsache den steinreichen Griechen geschieht nichts. Wir können ja zahlen, damit es diesen Blutsaugern gutgeht, ein Hohn!