Dopingsperre

07. Februar 2012 19:16; Akt: 07.02.2012 20:37 Print

\"Ich kämpfe weiter"

Radprofi Alberto Contador will seine Karriere nach Ablauf seiner Doping-Sperre fortsetzen. Er spricht von einer "Ungerechtigkeit", Dopingexperten von einer "Vertuschung".

storybild

Alberto Contador spaltet den Radsport. (Bild: dpa)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

"Ich werde zu 100 Prozent weitermachen", sagte der Spanier am Dienstag bei einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Pinto. Der Tour-de-France-Sieger war am Montag nach 18-monatigem Verfahren vom Internationalen Sportgerichtshof CAS des Clenbuterol-Dopings für schuldig befunden und insgesamt für zwei Jahre gesperrt worden.

Seine Sperre läuft am 5. August dieses Jahres ab. Contador sprach von einer "Ungerechtigkeit" und beteuerte erneut, er habe nicht bewusst manipuliert. Er erklärte, dass er "die Sperre nicht versteht" und "echte Qualen" leidet. Unterstützung erhält Contador von Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Riis, der zu "100 Prozent" hinter seinem Schützling steht.

Ein Volksheld

Alberto Contador erwägt, seine Dopingsperre anfechten zu lassen. "Wir werden bis zum Ende weiterkämpfen", sagte der Spanier. "Meine Anwälte prüfen, welche Möglichkeiten es gibt. Aber ich habe ihnen schon gesagt, dass ich weiterkämpfen will."

Spanien ist sich einig, es fallen Worte wie skandalös, unglaublich, unerklärlich. Die Dopingsperre gegen ihren Volkshelden Alberto Contador verletzt den Stolz der Iberer bis ins Mark. Es ist die Reaktion eines Landes, das in jüngster Vergangenheit im Weltsport mehr große Erfolge gefeiert hat als jedes andere - und nun verdächtiger denn je ist, beim Thema Doping auf beiden Augen blind zu sein.

Ein Vertuscher

"Spanien ist bekannt dafür, eigene sportliche Erfolge abzuschotten. In Spanien wird gerne vertuscht", sagt ein Dopingexperte am Dienstag. Contador selbst hilft kräftig mit und beteuert weiter vehement seine Unschuld. Die Experten sind daher von der Empörung auf der iberischen Halbinsel nicht überrascht. Von allen Seiten hatte Contador Zuspruch erhalten. Nicht nur ehemalige Radstars wie Miguel Indurain, Pedro Delgado oder Carlos Sastre ergriffen Partei, sondern auch Tennis-Superstar Rafael Nadal oder Basketball-Held Pau Gasol. „Die Contador-Nachricht ist unglaublich. Es gibt keinen endgültigen Beweis, und sie geben ihm die Höchststrafe. Das ist zum Heulen. Nur Mut Champion! Du hast meine Unterstützung!", twitterte bespielsweise Nadal.

Der Unmut richtet sich deshalb auch gegen den CAS, weil dieser nicht exakt begründet hatte, auf welche Weise nun die Substanz Clenbuterol in den Körper Contadors kam. Die Heranführung des kontaminierten Steaks wurde jedenfalls nicht akzeptiert. Das Sportgericht leitete eine klare "Dopingabsicht" aus den vorliegenden Indizien ab.

(dpa/SID/Tageblatt.lu)

Kommentare (3 Kommentare)
  • hien kämpft weider...
    ...deen armen Jong, zesummen matt sengem "Patron" deen 1996 den Tdf "gewonnen" huet..
    von: Dan am: 08.02.2012 11:11
  • Doping
    Wie die Substanz Clenbuterol in den Körper von Alberto Contador gekommen ist, ist schlussendlich zweitrangig. Die Substanz ist verboten und wurde nachgewiesen. Also schuldig. Was ich aber als sehr diskutabel empfinde und dementsprechend als Zynisch betrachte,ist der Zustand, dass es gerade Contador getroffen hat. Inzwischen weiss jeder, dass alle dopen, sonst könnten sie diese Leistungen nicht vollbringen. Warum hat es nie Amstrong getroffen, warum nicht X oder Y? Diese Tatsache stört wahnsinnig.Also endlich aufhören mit dieser Heuchlerei und Doping legalisieren im Profibereich.
    von: Joé Hansen am: 07.02.2012 21:42
  • Bewiese Wourecht
    D'Resultater vum Labo vu Köln waren klo'er, liicht Spuren vun Clenbuterol an zousätchlech Residuen vun Plastektransfusionsposch ! Ouni Medeziner ze sinn alles an d'Richtung vun enger manipuleerter Blutrecktransfusion die absolut zönter Jo'eren verbueden ass ! Warden no den Liggen elo op d'Reaktion vum Metzeler a vun den spueneschen Baueren !
    von: Jos MERSCH am: 07.02.2012 20:31
Neues Thema erstellen
Bitte geben Sie Vorname und Name ein. Ihr Beitrag wird nach Prüfung veröffentlicht. Beleidigende, rassistische, nicht in Schriftsprache verfasste oder nicht sachbezogene Beiträge werden gelöscht. Freigeschaltet werden die Beiträge von 7 bis 19 Uhr.

Vorname/Name: 
Titel: 
Ihr Beitrag
(max. 600 Zeichen):