Das sei eine der vier sogenannten niederen Weihen auf dem Weg zum Priestertum, erläuterte der Leiter des Priesterseminars Herz-Jesu, Pater Stefan Frey. Die Weihen fanden bereits am 1. Februar im bayerischen Zaitzkofen statt. Frey betonte, bis zur Liturgiereform vor 40 Jahren sei diese Weihe in der gesamten katholischen Kirche üblich gewesen. Er stellte aber klar, dass diese Weihe nicht bedeute, dass die Männer das Amt des Exorzisten auch übertragen bekommen: “Zur Ausübung des Amtes ist erforderlich, dass man erstens Priester ist und zweitens einen bischöflichen Auftrag erhält.”

Dem Exorzisten wird nach Überzeugung der Piusbruderschaft durch die Weihe Macht über die Dämonen verliehen. Der alte Ritus sieht vor, dass der Bischof bei der Weihe sagt: “Ihr empfangt die Gewalt, den Besessenen die Hände aufzulegen. Durch die Auflegung euer Hände werden kraft der Gnade des Heiligen Geistes und der Worte der Beschwörung die unreinen Geister aus den Besessenen vertrieben.”

500.000 Interessenten in Italien

Frey wies darauf hin, dass es in der gesamten katholischen Kirche nach wie vor Exorzisten gebe. “Am Amt des Exorzisten hat sich ja nichts geändert”, betonte er. In jedem Bistum gebe es dafür offizielle Beauftragte.
Der Katechismus der katholischen Kirche erläutert, der Exorzismus diene dazu, “Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien”. Es sei aber wichtig, “die Gegenwart des bösen Feindes” von psychischen Krankheiten zu unterscheiden.

Erst vor wenigen Tagen hatte das italienische Magazin “Panorama” berichtet, in Italien sei das Interesse an Dämonenaustreibungen in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen: Mehr als 500.000 Menschen hätten sich im vergangenen Jahr deswegen an Priester gewandt – 30 Prozent mehr als noch 2006.

dapd/Tageblatt.lu