Leitartikel
22. August 2011 07:33; Akt: 22.08.2011 07:55 Print
Schuld und Sühne
von Claude Molinaro - Klimaschutz wurde in wenigen Jahren zur "pensée unique" in Sachen Mensch und Umwelt. Dass es einen Klimawandel gibt, wollen wir an dieser Stelle nicht infrage stellen, allerdings ist dieser nicht der erste und vielleicht auch nicht der letzte, und deshalb nichts Außergewöhnliches.
Dass dieser vom Menschen verschuldet sein soll, wird von einigen Wissenschaftlern angezweifelt. Die Erde ist im Vergleich zu den Ausmaßen des Weltalls ein Staubkorn; dass auf das Klima dieses Staubkorns auch Ursachen von außen einwirken könnten, wollen jedoch Dogmatiker partout nicht anerkennen. Einige Forscher (z.B. Henrik Svensmark, Nir Shaviv, Jan Veizer, u.a.) wollen schon vor Jahren herausgefunden haben, dass das Weltklima zu einem großen Teil von der Quantität der kosmischen Strahlung abhängt. Wahr oder nicht wahr? Entscheidend ist etwas anderes.
Claude Molinaro cmolinaro@tageblatt.lu (Bild: Tageblatt)
Nicht etwa dass die "Klimaschützer" die Argumente der Klimaskeptiker widerlegen können oder auch nur wollen, nein: Für die Hohepriester dieser neuen Religion sind die Hauptargumente, die sie gegen die Zweifler ins Feld führen, die gleichen wie die, die gegen Galileo Galilei zu seiner Zeit benutzt wurden. Sein Gegner – damals die Kirche – hatte ein simples Argument: Eine andere Wahrheit als die offizielle darf und kann es nicht geben.
Dogmatik pur in grüner Soße
Die Vertreter der These des vom Menschen gemachten Klimawandels sind die geistigen Erben einer jüdisch-christlichen Tradition, die seit Tausenden von Jahren dem Menschen immer wieder einredet, er sei an irgendwas Schuld: an der Pest, an den schlechten Ernten, am Regen, der ausbleibt, an zu viel Regen, an den Heuschreckenplagen und, und, und … In dieser Tradition ist die Schuld das Druckmittel, die Erpressungsmethode schlechthin, mit deren Hilfe die Mächtigen ihre Schäflein terrorisieren, um ihre Position zu festigen. Nun wird uns eingebläut, der Mensch sei Schuld am Weltuntergang, der diesmal als Klimawandel verkauft wird.
Eigentlich hätte man denken können, dass nach Galileo Galilei die Menschen wüssten, dass die Erde – und wir mit ihr – nicht das Zentrum des Universums sind; wir sind ja nicht einmal das Zentrum unseres Planeten. Mit der Schuld an einem Phänomen gigantischen Ausmaßes wird der Mensch wieder ins Zentrum von allem Weltgeschehen gerückt.
Zweifel an der grünen „pensée unique“ werden mit Attacken wie „das ist doch alles längst bewiesen“ abgeschmettert. Bewiesen? Nir Shaviv und Jan Veizer beklagten sich, dass sie zwar aufs Heftigste kritisiert wurden, ihre Kritiker sich aber nicht mit dem Inhalt ihrer Forschung befassen wollten. Sich nicht mit den Argumenten von Andersdenkenden auseinandersetzen zu wollen, ist aber kein Beweis für die Richtigkeit der eigenen These. Das ist Dogmatik pur wie in alten Zeiten, angereichert mit grüner Soße.
Skeptiker haben es seit jeher schwer, sich gegen die vorherrschende Meinung durchzusetzen. Sonderbar ist dabei, dass z.B. Parteien wie die Grünen, die vor allzu langer Zeit mit dem Anspruch auf etwas total Neues entstanden sind, die Psychologie des Christentums unbewusst übernehmen. Andere mögliche Ursachen des Klimawandels werden nicht beachtet, weil sie nicht ins Konzept passen. Nun ja, dass man sich nicht selbst seiner Argumente und damit seiner Klientel beraubt, ist verständlich.
Als die katholische Kirche es den Sündigern ermöglichte, sich von ihrer Schuld loszukaufen – "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt" –, lief für Martin Luther das Fass über.
Gegen die Ablassbriefe von heute – sprich Kioto-Cent – hält sich der Protest hingegen in Grenzen: Wir müssen ja schließlich sühnen.


















von: Heng Bruch am: 22.08.2011 17:31
von: NiKi am: 22.08.2011 16:05
von: H.Horst am: 22.08.2011 08:40