Alleine in diesem Jahr seien mehr als 200 Klagen von Gewaltopfern eingereicht worden, heisst es am Mittwoch in den belgischen Medien.

Unterdessen ist gegen den ehemaligen
Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, eine neue Klage wegen sexuellen Missbrauchs eingegangen. Der 74 Jahre alte Geistliche hatte im April in einem Fernsehinterview gestanden, über Jahre hinweg zwei Neffen sexuell missbraucht zu haben. “Wie in allen Familien kamen sie zu Besuch, schliefen bei mir”, sagte der Geistliche damals. Er stritt ab, Gewalt angewendet zu haben. Die Vorfälle liegen über 25 Jahre zurück.

Finanzielle Entschädigung

Vangheluwe war vor einem Jahr wegen der Vorwürfe sexuellen Missbrauchs zurückgetreten. Bisher war von einem Opfer die Rede gewesen, nicht von zwei. Auf Anweisung des Vatikans unterzieht er sich einer psychologischen Behandlung.

Opfer von sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche können in Belgien inzwischen auf finanzielle Entschädigung hoffen. Die belgischen Bischöfe beschlossen Ende Mai eine besondere Form von Schiedsverfahren, um Opfer anzuerkennen, ihnen die Würde wiederzugegeben und sie finanziell zu unterstützen.

Eine unabhängige Kommission hatte herausgefunden, dass Priester in den 60er bis 80er Jahren in ganz Belgien mindestens 475 Kinder sexuell missbraucht hatten.

Tageblatt.lu