70,5 Prozent der Menschen in Luxemburg benutzen Luxemburgisch als Umgangssprache im Alltag, über die Hälfte der Einwohner (55,7 Prozent) nutzen Französisch und 30,6 Prozent sprechen zu Hause, in der Schule oder auf dem Arbeitsplatz Deutsch. Bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich. Die vom Statistikamt am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse gehen auf die gesammelten Daten bei der Volkszählung 2011 zurück. Damals wurde der Sprachgebrauch der Einwohner im Alltag (Familie, Schule, Arbeitsplatz) untersucht.

Dabei gaben 323.557 Menschen an, dass sie Luxemburgisch als Umgangssprache nutzen. Dies entspricht einem Wert von 70,5 Prozent aller abgegebenen Antworten. Die Plätze zwei und drei nehmen Französisch und Deutsch ein. Englisch und Portugiesisch, so der Statec, werden von etwa gleich vielen Menschen gesprochen, etwa jeder fünfte Bürger nutzt sie im Alltag. Außerdem wurde bei der Datenauswertung festgestellt, dass „die Anzahl der genutzten Sprachen vom Alter abhängig ist“: Die meisten Sprachen im Alltag nutzen Kinder und Jugendliche je älter sie werden, da sie im Laufe ihrer Schulbildung neue Fremdsprachen erlernen. Im Alter geht die Anzahl der aktiv genutzten Sprachen wieder zurück, was nach Meinung der Verfasser der Erhebung mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben einhergeht.

Luxemburgisch Nummer eins

Die Nationalität der Befragten spielt eine entscheidende Rolle beim Sprachgebrauch, so eine der Statec-Schlussfolgerungen. 96,4 Prozent der Luxemburger sprechen im Alltag Luxemburgisch, ähnlich verhält es sich, mit Werten über 90 Prozent, „bei Französisch, Portugiesisch und Englisch bei den jeweiligen Staatsangehörigen“. Darunter, mit 87,5 Prozent, liegen die Werte für Deutsch bei den hierzulande lebenden Bundesbürgern und Italienern (84,3 Prozent). Etwa die Hälfte der im Land lebenden Deutschen, Niederländer und Montenegriner sprechen Luxemburgisch. Das seien die höchsten Werte nach den Luxemburgern, bemerkt Statec. Während die hierzulande lebenden Portugiesen, Italiener und Belgier auf einen Anteil von über 30 Prozent kommen.

An zweiter Stelle der meistgenutzten Sprachen steht Französisch und wird von den meisten Menschen in Luxemburg als Alltagssprache genutzt, quer durch alle Nationalitäten. Portugiesen, Italiener und Belgier sowie die in Luxemburg lebenden Spanier kommen beim Gebrauch von Französisch im Alltag hingegen auf einen durchschnittlichen Wert von 55,7 Prozent. Dies hängt mit ihrem Ursprung in einem romanisch sprachigen Land, so Statec. Die Deutschen nutzen Französisch am wenigsten in der Familie, Schule oder auf dem Arbeitsplatz (40,8 Prozent). Portugiesisch und Italienisch werden von den jeweiligen Bevölkerungsgruppen selbst am häufigsten im Alltag gesprochen. Knapp mehr als ein Fünftel aller Befragten (21 Prozent) nutzt Englisch als Umgangssprache.

Schaut man sich an, welche Sprache von Angehörigen einer Nationalität genutzt wird, so fällt auf, dass die Luxemburger nach ihrer Muttersprache, am häufigsten Französisch (46,6 Prozent) und Deutsch (35,1 Prozent) nutzen. Deutlich weniger sprechen sie Englisch (17,6 Prozent) und bei den anderen Sprachen erreichen sie einen Wert von unter 10 Prozent, so der Statec. Bei den anderen Nationalitäten liegen die Niederländer vorne. Sie nutzen im Schnitt 2,8 Sprachen im Alltag, während die Franzosen mit einem Wert von 1,9 Sprachen das Schlusslicht in der Auflistung bilden, noch hinter den Portugiesen mit 2,2 Sprachen.

Traditionelle Sprachen-Kombination

Hierzulande ist die häufigste Sprachen-Kombination „Luxemburgisch und Französisch“ (35,1 Prozent), „Luxemburgisch und Deutsch“ und „Deutsch und Französisch“ halten sich die Waage, so der Statec. Oft zusammen gebraucht werden die drei Landessprachen und Englisch, alle anderen Sprachen-Kombis erreichen einen Wert von unter 10 Prozent.

Bei der Auswertung der Daten, in welchen Gegenden, am meisten Luxemburgisch gesprochen wird, so stellen die Forscher fest, dass in nördlichen Landesteilen mit geringem Ausländeranteil in der Regel mehr als 80 Prozent Luxemburgisch sprechen (Consthum 94,8 Prozent), während in Luxemburg-Stadt es nur 48,8 Prozent sind.

ds/Tageblatt.lu