Am Wochenende wurde in Useldingen die Zeit um tausend Jahre zurückgedreht und dem Gelände um die alte Burg neues Leben eingehaucht. Seit 13 Jahren begeistert das hiesige Mittelalter- fest Tausende Besucher jeden Alters und jeder Herkunft. Marktstände mit ritterlicher Kost, Schmuck und Handwerkskunst sowie extravagante Auftritte von Musikern, Schaustellern und Akrobaten erinnerten daran, dass das Mittelalter nicht immer so finster war wie oftmals angenommen wurde.

Von unserem Korrespondenten Steve Peffer

„Keine Sorge Viviane, ich habe mich bei meinen Auftritten noch nie verletzt.“ Mit diesen Worten beruhigte der Gaukler Tamino scherzhaft seine auf dem Boden liegende Assistentin aus dem Publikum, während er mit Messern jonglierend über sie spazierte. Ein falscher Griff könnte für die Frau tatsächlich schwere Verletzungen zur Folge haben. Doch nach über 25 Jahren hauptberuflichem Schabernack sitzen die akrobatischen Einlagen ebenso gut wie die witzigen Sprüche, mit denen Tamino, der bürgerlich Jens Räthel heißt, seine Zuschauer bei Laune hält. „Ich freue mich jedes Mal, auf dem Mittelalterfest in Useldingen dabei zu sein. Die Atmosphäre hier ist ganz anders als bei mir in Deutschland“, so
der 51-Jährige, der zum ersten Mal als Solokünstler in Luxemburg auftrat.

Ebenfalls aus dem östlichen Nachbarland angereist war Ingrid Pietsch. Die Bildhauerin aus Bingen am Rhein stellt mit viel Geschick und Fingerspitzengefühl fantasievolle Geschöpfe aus Holz und Kupfer her. „Das Handwerk des Bildhauers hat sich trotz technischer Revolution in den letzten Jahrhunderten kaum verändert. Deswegen passt diese Kunst meiner Meinung nach sehr gut hier rein“, findet Ingrid, die regelmäßig auf Mittelaltermärkten in Europa anzutreffen ist. Bedauerlicherweise sei der Beruf aufgrund schwindender Nachfrage jedoch vom Aussterben bedroht, weshalb sie hofft, durch ihr öffentliches Auftreten noch einige dafür begeistern zu können.

Weniger gelassen war der energiegeladene Auftritt der sechsköpfigen Künstlergruppe „Bateleurs de Sire Jean“ aus Lothringen, die begleitet zu den mediävalen Klängen der Band Rhesus mit Fackeln jonglierten und Feuer spuckten. Von noch weiter
her war das tschechische Quartett Krless angereist. Fröhliche Tavernenmusik auf verschiedenen Sprachen, dazu lustige Mimik – mit diesem Rezept konnten sie die Menge anlocken. Zu den anderen Hinguckern der Veranstaltung gehörten etwa die Jagdvögel der „Falknerei der Grafen“ und die französische Glasbläserin Marie.

Zur Mittagsstunde gab es Schwein am Spieß – vorausgesetzt man hatte genug Geduld, um in der Schlange zu stehen. Andernfalls konnte man seinen Hunger mit Ritterfladen – das sind mit Käse gefüllte Teigtaschen – oder einer nicht ganz so mittelalterlichen Spezialität stillen, nämlich Würstchen. Doch sowohl kulinarisch als auch optisch und akustisch war für jeden etwas dabei und so konnten sich die Veranstalter auch in diesem Jahr über ein gut besuchtes Fest freuen.

1 Kommentar

  1. Den Site vun der Burg vun Useldeng as wirklich einmalig hei zu Lëtzebuerg vir sou den Fest ofzehalen. Eng ganz gut Organisatioun von engem erfahrenem Team an meeschtens gut Wieder garantéieren dass al Joer vill Leit dat Fest besichen. Och Artikeln an an der Presse, sou wéi desen, droen derzou bei vir dat Useldenger Mettelalterfest nach méi bekannt ze machen. Awer déi “Fotoen”! Schrecklech! Wou kann eng Dagespress sou een “geknips” publizéieren. Knipsen heescht net gleich Fotoen kennen machen. Dat errennert mech un déi berühmten “croisièren nationale” wou eng bestemmten Koppel och emmer sou een Verbriechen begeet fir duerno och nach hiert “geknips” op een Site ze setzen. Vun Fotoen kann een do wirklich och net schwetzen.

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