Lebensmittel

06. Juli 2012 15:47; Akt: 06.07.2012 16:00 Print

Qualität ist wichtigQualität ist wichtig

Wie halten es die EU-Bürger mit den Lebensmitteln? Achten sie auf Preis, Qualität und Herkunft? Eine Erhebung von Eurostat spiegelt das Wohlstandsgefälle in der Gemeinschaft wieder.

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Qualität spielt eine wichtige Rolle beim Lebensmitteleinkauf. (Bild: dpa)

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Wer mehr hat, achtet stärker auf das, was auf den Teller kommt. Der Preis spielt eine geringere Rolle, man kennt sich in Fair Trade, Bio-Landwirtschaft besser aus. Auch machen sich Bessergestellte weniger Sorgen um die Ernährungssicherheit. Diese Schlussfolgerung kann man aus der jüngsten Umfrage ziehen, die Eurostat in der EU durchgeführt hat. Insgesamt sind in den 27 EU-Ländern 26.593 Personen befragt worden, in Luxemburg 506.

Für 91 Prozent der Bürger ist der Preis beim Kauf von Nahrungsmitteln wichtig. Doch diese Meinung sinkt in Ländern mit hohem Lebensstandard. So spielt sie etwa in Luxemburg noch für 76 Prozent er Befragten eine Rolle. Noch weniger Interesse zeigen die Niederländer mit 72 Prozent. Am intensivsten schauen hingegen die Konsumenten aus Bulgarien und Griechenland auf die Preisschilder. Hier gaben 98 Prozent an, für sie sei der Preis beim Einkaufen wichtig. Für unsere Nachbarländer liefert Eurostat folgende Ergebnisse: Frankreich 94 Prozent, Deutschland 83 Prozent und Belgien 90 Prozent. Der Preis spiele insbesondere für jene Bürger eine wichtige Rolle, die Schwierigkeiten beim Bezahlungen ihrer Rechnungen haben, so das statistische Amt.

Sehr hoch sind die Anforderungen an die Qualität der Lebensmittel. 96 Prozent betrachten sie als sehr wichtig. Nahezu zwei Drittel halten sie für sehr wichtig. In Luxemburg sagten 73 Prozent, Qualität sei wichtig. Am stärksten pochen die Malteser (86 %) auf gute Qualität, am wenigsten die Portugiesen (49 Prozent). Vor allem ältere Semester setzen laut Eurostat auf Qualität.

Faire Trade ist bekannt

Freuen dürften die Umfrage-Ergebnisse die Befürworter eines fairen Handels. Immerhin gaben 36 Prozent der Befragten an, diese Kennzeichnung zu kennen. Am bekanntesten sind die Waren mit dem Fairen Trade-Zeichen im Vereinigten Königreich (81 Prozent). Luxemburg platziert sich mit 76 Prozent gleich hinter den Niederlanden mit 78 Prozent. Weniger bekannt war die Kennzeichnung bei der Umfrageerhebung bei unseren direkten Nachbarn: Deutschland waren es 57 Prozent, Belgien 54 Prozent und Frankreich 29 Prozent. Der Begriff biologische Landwirtschaft war hingegen in Dänemark am bekanntesten (39 Prozent). Es folgen Frankreich (38 Prozent) und Luxemburg (37 Prozent).

Die Einkommenslage spiegelt sich ebenfalls in der Wahrnehmung der Ernährungssicherheit wider. Finanziell Schlechtergestellte sind am meisten besorgt, betont Eurostat anhand seiner Zahlen. Auf die Frage, ob sie besorgt seien, dass ausreichend Nahrungsmittel hergestellt werden, um den Bedarf in ihrem Land zu decken, antworteten 94 Prozent der Griechen und 85 Prozent der Portugiesen mit Ja. Am wenigsten Sorgen machen sich die Niederländer (11 Prozent) In Luxemburg beantworteten 27 Prozent der Befragten die Frage mit Ja. EU-Mittel ist 43 Prozent.

(Tageblatt.lu)