Ministerrat

24. Januar 2014 13:34; Akt: 24.01.2014 14:22 Print

Arbeitsmarkt bleibt PrioritätArbeitsmarkt bleibt Priorität

Der Ministerrat hat sich am Freitag in Anwesenheit von Adem-Direktorin Isabelle Schlesser mit der Problematik Arbeitslosigkeit beschäftigt.

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Der Monat Dezember ist traditionell ein schlechter Monat für den Arbeitsmarkt. (Bild: Fabrizio Pizzolante)

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Der Arbeitsmarkt bleibt oberste Priorität der Regierung. Das wurde nach der Sitzung des Ministerrats am Freitag gesagt. Die Regierung hatte sich zuvor mit Adem-Direktorin Isabelle Schlesser getroffen. Schlesser werde viermal im Jahr der Regierung Bericht erstatten. Premierminister Xavier Bettel und Beschäftigungsminister Nicolas Schmit hatten am Montag die Adem besucht.

19.287 Menschen waren Ende Dezember 2013 ohne Arbeit. Innerhalb eines Jahres stieg diese Zahl um 13,7 Prozent. Nicolas Schmit betonte am Freitag nach der Ministerratssitzung, der Dezember sei traditionell nicht gut. Schmit zufolge wurden dieses Jahr allein im Bau etwa 1000 Leiharbeitsverträge nicht verlängert. Die Aussichten sind trüb. Die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen, heißt es von Regierungsseite.

Dennoch bleibt der Luxemburger Arbeitsmarkt ein dynamischer. Im letzten Jahr wuchs die Zahl der Arbeitsstellen um 1,7 Prozent. 346.455 Personen hatten im Dezember 2013 eine bezahlte Arbeit. Das sind 6128 mehr als 2012. 43,6 Prozent der Beschäftgten sind Grenzgänger. Neue Jobs entstanden vor allem im Gesundheitswesen und in den Finanzinstituten. In der Industrie, im Transportsektor und in der Landwirtschaft verschwanden hingegen Jobs.

Mangelnde Qualifikation

Als großes Problem bezeichnet Schmit die mangelnde Qualifikation vieler Stellensuchender. Die Ausbildung entspreche nicht den Anforderungen der bei der Adem gemeldeten freien Stellen. Daher auch die vielen Langzeitarbeitslosen, im Dezember 7813. Verstärkt soll die berufliche Weiterbildung sowohl in de nationalen Ausbildungszentren wie das CNFPC oder in den Berufskammern.

Problematisch bleibt laut Schmit das sogenannte "reclassement externe" (derzeit 4042 Personen). Es handelt sich dabei um Beschäftige, die aus gesundheitlichen Gründen ihre bisherige Arbeit im Unternehmen nicht mehr verrichten können und keinen anderen Job im selben Betrieb bekommen. Sie werden als erwerbsfähig eingestuft und bleiben daher als Stellensuchende bei der Adem gemeldet. Sozialminister Romain Schneider stellte in diesem Zusammenhang eine Reform der diesbezüglichen Gesetzgebung in Aussicht.

Reformiert werden soll auch die sogenannte "ärztliche Kontrolle". Beschäftigte, die über längere Zeit krankgeschrieben sind, wolle man noch vor der gesetzlichen Frist von 77 Tagen für die erste medizinische Kontrolle aufsuchen. Nicht um die Leute zu schikanieren, sondern um frühzeitig auf mögliche Probleme aufmerksam zu werden, die eine Wiedereingliederung in die Arbeitswelt erschweren könnten, so Schneider. Der medizinische Kontrolldienst soll in den nächsten Jahren von derzeit 32 auf 60 Mitarbeiter aufgestockt werden.

Aktionsplan

Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat Schmit einen neuen Aktionsplan in Aussicht gestellt. Schwerpunkt ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Beschäftigungsagentur Adem und den Betrieben. Dem Staat nahestehende Betriebe sollen in Zukunft verstärkt Arbeitslose einstellen und ausbilden, so Schmit und nannte dabei die CFL, Cargolux, die Post oder auch Luxair. Den Kontakt verstärken will man auch zum Bereich Forschung- und Gaststättenbereich, wo neue Stellen entstünden. Die Gemeinden sollten ihrerseits das Angebot ihrer Dienstleistungen am Bürger erweitern, um damit zusätzliche Stellen zu schaffen.

Zur Lösung des Problems Arbeitslosigkeit soll laut Wunsch der Regierung auch die Tripartite beitragen. Premierminister Xavier Bettel hatte eine Relance des Sozialdialogs angekündigt. Dazu müssten sich alle Seiten zuerst einmal die Argumente der Gegenseite anhören, sagte er am Donnerstag beim Neujahrempfang der Fédil. Diese plädiert für eine Lockerung des Arbeitsrechts. Vorschläge zur Flexibilisierung desselben vermisse er im Koalitionsabkommen, hatte Fédil-Präsident Robert Dennewald gesagt. OGBL-Präsident Jean-Claude Reding hatte vor einer Woche noch derlei Forderung zurückgewiesen. Die aktuelle Gesetzgebung ermögliche flexible Arbeitszeitmodelle.

(rh/lmo/Tageblatt.lu)

  • Marco Stors am 27.01.2014 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Här Bettel, ass dat eis Zukunft, wann d'Politik, op Däiwel komm eraus Aarbechtsplazen wëll schafen? Fir Aarbechtsplazen ze schafen huet dier anscheinend keen Problem domadder, wann eppes produzéiert gëtt, dat d'mënschlecht Liewen zerstéieren kann. Nach een Grond méi fir een bedingunslost Grondakommes. D'Aarbechtslosegkeet ass d'Geschicht vum Erfollegsmodell vun der Automatiséirung. Här Schmit, mir brauche keen Aktiounsplang géint Aarbechtslosegkeet. Mir brauchen een Aktiounsplang géint d'Akommesloosegkeet. Op der Säit vun der Initiativ bedingungslost Grondakommes Lëtzebuerg ( fannt der nach méi Informatiounen zum bedingungslose Grondakommes. Mir brauche keen Architekt fir d'Raimlechkeete vun der Adem ze verbesseren, mir brauchen een Architekt fir eng Zukunft ouni Akommesloosegkeet. Här Schmit, baut mat eis zesummen een Akommesamt, mir hunn nach e puer Paletten Zillen an Zement op Stock...

  • jean bodry 104,rte de dudelange kayl l-3 am 24.01.2014 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Werter Herrn Premierminister mit ihrer Behauptung:" Die Rüstungsindustrie sei an sich nichts Illegales!". Dann ist das in ihrem politischen Denken "legal". Dann pfeifen Sie werter Herrn Premierminister ihren Aussenminister von der Syrien Konferenz zurück. Dann ist der Krieg in Syrien, und das Abschlachten des syrischen Volkes legal, mit Waffen aus der Rüstungsindustrie und den Giftmischern legal. Bis jetzt kamen die Waffen noch nicht aus Luxemburg. Geben Sie das Amt in der UNO auf. Unter Premier J.C.Juncker hätte es dieses tödliche Abkommen nicht gegeben.

    • Dupont Alain am 24.01.2014 23:04 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz richtig.Es scheint, wie wenn diese ultraliberale Regierung nur die Moral des Geldes kennt.

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  • Andre Doffing am 24.01.2014 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unqualifizierte zur CFL,LUXAIR,CARGOLUX, PT, hat der Mann noch alle Tassen im Schrank ? Was wollen diese Betriebe mit Arbeitssuchende anfangen, welche auf dem normalen Arbeitsmarkt wegen fehlender Qualifikation keine Arbeit finden, anfangen ? Die ADEM kann ja auch nur die Stellen anbieten, welche bei ihnen vorliegen. Die Zeit, wo ARBED die "Ungelernten" massiv aufgenommen hat, ist vorbei. Unsere Welt braucht nur mehr hochqualifiziertes Personal.

    • Gilles D. am 24.01.2014 17:03 Report Diesen Beitrag melden

      Sorry esou een Kommentar Här Doffing ass een nogo. Dir musst iech bewosst sinn, dass nun eben net all Mënsch héich qualifizéiert ass. Sorry mä fannen et traureg, esou ee Kommentar hei ze liesen. All Mënsch huet eng Chance eng Aarbecht ze fannen. All Mënsch muss seng Famill ernährt kréien an all Mënsch soll wéinstens eng chance kréien. Dat huet nun eben all Mënsch verdéngt. An wann CFL oder Luxair, Cargolux etc hëllefe kann. Virwat dann net. Wann ech dat liesen Zitat (Was wollen diese Betriebe mit Arbeitssuchende anfangen), da ginn ech regelrecht rosen.

    • NiKi am 24.01.2014 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      Um so mehr ist es nicht zu verstehen, dass seit Jahren und noch immer jedes Jahr über X Jugendliche ihre Schulbildung und Lehre abbrechen, einfach "kee Bock méi hunn". Warum? Ursache unbekannt,oder? Diese Jugendliche sind potentielle Arbeitslose und späterhin RMG Kandidaten. Das vielgepriesene Sozialnetz wird immer mehr strapaziert und wird auf Dauer nicht mehr bezahlbar sein. Ausser das Arbeitsrecht und die Löhne werden in bestimmten Bereichen so abgeändert (Dennewald), dass diese "Schaffenden" kaum genug haben, das alltägliche Leben zu bezahlen und auf Sozialhilfe aus Steuermitteln angewiesen sind.

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