27. Juni 2012 16:42;Akt: 27.06.2012 17:21

"Schutzzonen" für Wildschweine

JAGD-URTEIL

„Jäger dürfen nicht auf Privatgrundstücken gegen den Willen der Eigentümer jagen“, urteilte am Mittwoch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Für die Jäger in Luxemburg eine traurige Nachricht.

„Die Jäger dürfen nun nicht mehr auf fremden Grundstücken gegen den Willen der jeweiligen Grundeigentümer die Jagd ausüben, d.h. Tiere töten“, so das Urteil vom EGMR. (Bild: dpa)

Nach acht Jahren Instanzenweg bekam der deutsche Kläger Herrmann doch noch Recht. „Die Jäger dürfen nun nicht mehr auf fremden Grundstücken gegen den Willen der jeweiligen Grundeigentümer die Jagd ausüben, d.h. Tiere töten“, schlussfolgert der Rechtsanwalt Dominik Storr, der den Kläger am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) vertritt.

„Wir sind traurig über dieses Urteil“, so Dr. Georges Jacobs, Präsident der Jagdföderation FSHCL in Luxemburg, gegenüber Tageblatt.lu. „Dennoch hat das Urteil des Gerichtshofes keine Bedeutung für Luxemburg.“ Prinzipiell habe man gehofft, dass das Urteil anders ausfalle. Auch habe es keine Bedeutung für Deutschland. „Reicht jemand die gleiche Beschwerde ein, dann muss er erneut durch alle Instanzen“, so Jacobs weiter. Denn die Rechtsprechung des EGMR habe keinen Jurisprudenz-Charakter in Deutschland.

Urteil des Gerichtshofs

Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bereits 1999 bei einem französischen und 2007 bei einem luxemburgischen Kläger das gleiche Urteil fällte, urteilte das Gericht bei dem deutschen Kläger Herrmann 2011 anders.

Der Fall „Herrmann gegen die Bundesrepublik Deutschland“ hatte in Luxemburg für viel Aufregung gesorgt. Im Januar 2011, als hierzulande die Reform des Jagdgesetzes konkreter wurde, beriefen sich die Jagdbefürworter auf eben dieses Urteil. Herrmann wollte aus ethischen Gründen weder einer Jagdgenossenschaft beitreten, noch seine zwei Grundstücke für die Jagd freigeben. 2011 wies die „Kleine Kammer“ des EGMR die Beschwerde zurück. Am 27. Juni 2012 bekommt der gleiche Kläger von der „Großen Kammer“ Recht.

Luxemburger Jagdgesetz

Das neue Luxemburger Jagdgesetz ist klar formuliert und bis ins Detail geregelt“, so Dr. Georges Jacobs. Deshalb habe die neue Rechtsprechung am EGMR keine Bedeutung für Luxemburg.

„Durch die Reform hatten die Jagdgegner die Möglichkeit, ihre Grundstücke aus den Jagdrevieren herauszunehmen. Es gab viel Geschrei und wenig Wolle“, so der Präsident der Jagdföderation. „Dennoch wurden bloß 5 Hektar Land von den insgesamt 250.000 Hektar Jagdgebiet herausgenommen. Das entspricht 0,0001 Prozent.“

er/Tageblatt.lu

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  • Bieleser Fritz am 27.06.2012 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    5 Hektar. An dofir den Zodi iwwer Joeren. Wat huet zb den Hearing an der Chamber u Steiersue kascht? Oder déi jorelaang Prozesser.

    • Y.Wirth am 28.06.2012 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Wéi wär et wuel ausgaang wann d'Jeeër an d'Politiker de Leit Wourecht gesot hätten? Dat den Terrain am Juegdrevéier bleift an un d'Jeeër verlount gëtt? Dat privat Gäert bei de Wunnhäiser an d'Juegdrevéier integréiert an un d'Jeeër verlount ginn? Dat d'Juegd matt Hënn (Ettelbréck!) an Zukunft "keng" Juegd ass an deemno d'Jeeër net haftbar fir de Schued/Dout vun Haus- a Notzdéiere sinn? Dat den Dreiwer hir Haushënn och ganz legal während den Dreif/Hetzjuegden duerfe mat maachen? Zwangsmitgliedschaft beinhaltet de Propriétaire a säi Grondeegentum! Dat läscht Wuert ass nach net geschwat.

    • Y.Wirth am 28.06.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ärt Gefill täuscht Iech, jidderee kann am Juegdgesetz noliesen, dat ech d'Wouerecht schreiwen, dat schéngt Äre Problem ze sinn. Dir schreift eng Ligen, et ass e Bréif an e Rapport vum Affekot un den Juegdsyndikat an un de Minister gaang an d'Äntwert vum Minister steet nach aus. Op et Iech passt oder ne t- Stroossbuerg huet Zwangsmitgliedschaft fir Propriétaire an Terrain an Ärem Veräin veruerteelt. Fakt ass d'Revéiersystem ass mënscherechtswiddreg an elo och an Däitschland. Mat esou Leit wéi Iech wëlle mir wierklech näischt ze doen hunn a schonns guer net eisen Terrain zwangsverlounen.

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  • hoffmann am 27.06.2012 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    In der Regel ist es in Dtl so, daß Jagdpachteinnahmen für den Wegebau genutzt werden. Würde ich mein Waldgrundstück der Jagd verweigern (würde ich schon gerne tun) müßte ich mich möglicherweise mit sehr hohen Beträgen am Wegebau beteiligen. Das ist mir zu gefährlich.

    • cassiel am 30.06.2012 09:56 Report Diesen Beitrag melden

      Von dem Wegebau hab ich bei mir noch nicht viel mitbekommen. Der Weg zu meinem Grundstück ist eine einzige Schlammpiste.

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  • jang am 27.06.2012 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Net weider schlëmm! Dann schéissen se eben an den Baachen op d'Wëld. Déi gehéieren dem Staat oder Gemengen! War jo och schonn do!