Mit ihrer Forderung nach einer Trennung von Kirchen und Staat sieht sich die LSAP bestätigt. 67 Prozent der Bevölkerung würden derlei Trennung befürworten. 26 Prozent seien dagegen. Bei der repräsentativen Umfrage, die von TNS Ilres im Auftrag der LSAP im September durchgeführt wurde, waren 900 Personen befragt worden. Diese Meinung würde sich durch alle Alters- und Wählergruppen ziehen, sagte Präsident Alex Bodry am Montag. Nur CSV-Wähler seien unentschieden. 46 Prozent seien für die Trennung, 47 Prozent dagegen. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob es nicht an der Zeit Zeit, Kirchen und Staat zu trennen.

Die LSAP äußerte sich am Montag zum Expertenbericht über das Verhältnis Kirchen-Staat, den die Regierung in Auftrag gegeben hatte. Der LSAP zufolge sollte Artikel 22 der Verfassung, demzufolge die Beziehungen zwischen Kirche und Staat per Konvention geregelt werden, abgeändert werden. Diese Bestimmung sollte fakultativ werden. Die Beziehungen könnten durch Konvention geregelt werden, so die von den Sozialisten gewünschte Änderung. Dass die kirchlichen Vertreter vom Staat bezahlt werden, sollte ganz aus der Verfassung genommen werden.

Kirchensteuer

Nach Ansicht der Sozialisten sollte die Finanzierung der Kirchen anders gestaltet werden. Gedacht wird an eine Kirchensteuer, die jedermann freiwillig entrichten kann. Das in Italien angewandte 8/1000 lehnt die LSAP ab, da auch hier staatliche Gelder an die Kirchen fließen. Bei diesem italienischen Modell gibt jeder Steuerzahler an, welcher Organisation 8/1000 seiner Einkommmenssteuer überwiesen werden soll.

Abschaffen möchte die LSAP das Gesetz über die Kirchenfabriken, das auf einem Dekret von 1809 fusst. Davon würde nur die katholische Kirche profitzieren. Aus der Schule verbannt werden sollte jeglicher Religionsunterricht. Keine Glaubensvermittlung sondern einheitlicher Ethikunterricht, so die Forderung der LSAP. Und an Nationalfeiertag sollte eine nichtreligiöse Feier statt des Te Deums ausgerichtet werden.

rs./lmo/Tagablatt.lu