In ihrer neuesten Eco-News Ausgabe setzt sich die CSL (Chambre des salariés) mit rezenten Aussagen auseinander, die behaupten, Luxemburg werde immer ärmer. Demzufolge sinke das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner zwischen 2007 und 2012 um ganze 8 Prozent. Schon in der Periode 2007 bis 2010 sei das „reale“ BIP um 7,2 Prozent gesunken, was natürlich eine schlechte Nachricht sei.

Die CSL kritisiert diese Zahlenspiele, die mit dem BIP veranstaltet werden. Das „reale“ BIP sei ein theoretisches Konstrukt, dessen einziger Zweck es sei, die Bevölkerung zu erschrecken und so unnötige Reformen zu fordern. In absoluten Zahlen ausgedrückt sei das luxemburgische BIP noch immer das höchste. Man dürfe sich allerdings nicht täuschen lassen: das BIP könne einerseits sehr wohl steigen, und die Ungleichheiten trotzdem zunehmen.

Weiterhin müsse man bedenken, dass es im Falle Luxemburgs nicht sehr aussagekräftig sei, über PIB pro Kopf zu reden, da ein großer Teil des Reichtums von Grenzgängern geschaffen werde; das BIP berücksichtige aber nur die Einheimischen.

Bevölkerung berücksichtigen

Die CSL weist darauf hin, dass man die BIP-Zahlen relativieren und in den richtigen Zusammenhang stellen müsse. Das BIP Deutschlands sei im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozent gestiegen. Der Unterschied zu Luxemburg sei vor allem auf ein Einwohnerwachstum zurückzuführen. In Luxemburg sei die Einwohnerzahl zwischen 2007 und 2010 um außergewöhnliche 5,5 Prozent gestiegen. Der Reichtum veränderte sich also nur geringfügig, muss aber durch mehr Einwohner geteilt werden. Hätte es in Luxemburg den gleichen Bevölkerungsschwund wie in Deutschland gegeben (minus 0,6 Prozent), dann wäre das BIP nur um 1,4 Prozent geschrumpft.

Die CSL fragt sich, ob es von Nachteil sei, wenn die aktive Bevölkerung zunimmt. In Deutschland mache man sich Sorgen um eine immer älter werdende und abnehmende Bevölkerung.

Claude Molinaro/Tageblatt.lu